Arithmetik / Zahlen
Reelle Zahlen und Quadratwurzeln
Wurzeln ziehen, irrationale Zahlen entdecken, der Zahlbereich wird vollständig.
Benötigte Grundlagen
Diese Themen kommen in diesem Kapitel vor und wurden vorher schon erklärt. Wenn dir eines davon unsicher vorkommt, frisch es kurz auf, sonst leg direkt los.
Einführung
Ein hat den , wie lang ist seine Seite? Gesucht ist die Zahl, deren Quadrat 2 ergibt: . Vor 2500 Jahren entdeckten die Pythagoreer entsetzt: Diese Zahl ist kein ! Mit den irrationalen Zahlen wird die Zahlengerade endlich lückenlos, willkommen bei den reellen Zahlen.
Das kannst du nach diesem Kapitel
erklären, was die Quadratwurzel bedeutet, und warum der Radikand nicht negativ sein darf.
irrationale Zahlen von rationalen unterscheiden und den Zahlbereich einordnen.
Wurzeln exakt berechnen (!) und schätzen.
die Wurzelgesetze anwenden und teilweise Wurzeln ziehen ().
die Kubikwurzel als Umkehrung des Potenzierens mit erklären und berechnen, auch für negative Radikanden.
Warum es die Wurzel überhaupt gibt
Zu jeder Rechenart in der Mathematik gehört eine Umkehrung, eine Rechnung, die sie wieder rückgängig macht. Das kennst du längst:
| Rechenart | Umkehrung | Beispiel |
|---|---|---|
| addieren | subtrahieren | → |
| multiplizieren | dividieren | → |
| quadrieren | ? | → |
Die Umkehrung brauchst du immer dann, wenn du das Ergebnis kennst und den Ausgangswert suchst. Genau das ist die Situation aus der Einführung: Der des ist bekannt, gesucht ist die Seitenlänge.
Für die letzte Zeile der Tabelle fehlt bisher ein Zeichen. Deshalb wird es jetzt eingeführt.
Die Schreibweise
Man liest das als „Wurzel aus ". Die Zahl unter dem Wurzelzeichen heißt Radikand (von lateinisch radix = Wurzel).
So prüfst du jede Wurzel: Quadriere dein Ergebnis. Kommt der Radikand heraus, stimmt es.
Damit ist Wurzelziehen keine neue geheimnisvolle Rechnung, sondern eine Suchaufgabe, die du mit den aus Klasse 5 löst. Deshalb lohnt es sich hier so sehr, die Quadratzahlen bis im Kopf zu haben.
Zwei Feinheiten, die ständig verwechselt werden
In der Definition oben steckt ein Wort, das leicht überlesen wird: nichtnegative Zahl. Das ist keine Kleinigkeit, sondern der Grund für den häufigsten Fehler dieses Kapitels. Deshalb schauen wir beide Feinheiten genau an.
Feinheit 1: Warum ist nur und nicht auch ?
Rechnerisch ergeben beide Zahlen quadriert : und . Es gibt also zwei Kandidaten.
Ein mathematisches Zeichen muss aber eindeutig sein. Wenn manchmal und manchmal bedeuten dürfte, wüsstest du bei einer Rechnung nie, welcher Wert gemeint ist. Deshalb hat man festgelegt: Das Wurzelzeichen liefert immer den nichtnegativen Wert.
Und trotzdem hat zwei Lösungen
Hier liegt die Verwechslung. Vergleiche die beiden Zeilen genau:
Das ist kein Widerspruch, weil zwei verschiedene Dinge gefragt sind:
- ist ein Rechenausdruck mit genau einem Wert, so wie genau einen Wert hat.
- ist eine , und die Frage lautet: Welche Zahlen erfüllen sie? Darauf gibt es zwei richtige Antworten.
Merke dir die Kurzform: Das Zeichen gibt einen Wert. Die Gleichung hat zwei Lösungen. Beim Lösen von schreibst du deshalb , das Plusminus musst du setzen, die Wurzel bringt es nicht mit. (Wenn eine Länge ist, fällt die negative Lösung anschließend weg, nicht weil die Mathematik das verlangt, sondern weil es keine negativen Längen gibt.)
Feinheit 2: Warum darf unter der Wurzel nichts Negatives stehen?
Frage dich, was bedeuten würde: die Zahl, deren ergibt. Gibt es die?
- Eine positive Zahl mal sich selbst ergibt etwas Positives.
- Eine negative Zahl mal sich selbst ergibt ebenfalls etwas Positives (die beiden Minuszeichen heben sich auf).
- Und .
Es gibt also keine Zahl, deren Quadrat negativ ist. Damit hat keinen Wert, der Ausdruck ist nicht definiert. Das ist keine willkürliche Verbotsregel, sondern liegt daran, dass die gesuchte Zahl nicht existiert.
Praktisch heißt das: Kommt bei einer Aufgabe unter der Wurzel etwas Negatives heraus, ist das ein Ergebnis, meist bedeutet es „keine Lösung". Genau darauf trifft du beim Lösen quadratischer Gleichungen wieder.
Prüfe dich: Die Wurzel aus 25 ist 5, aber die Gleichung x mal x gleich 25 hat zwei Lösungen. Warum ist das kein Widerspruch?
Versuch es erst aus dem Kopf.
Weil zwei verschiedene Dinge gefragt sind.
ist ein Rechenausdruck, so wie . Ein mathematisches Zeichen muss eindeutig sein: Dürfte mal und mal bedeuten, wüsstest du in keiner Rechnung, welcher Wert gemeint ist. Deshalb ist festgelegt, dass das Wurzelzeichen immer den nichtnegativen Wert liefert:
ist eine , gefragt ist: Welche Zahlen erfüllen sie? Darauf gibt es zwei richtige Antworten, denn und :
Die Kurzform: Das Zeichen gibt einen Wert. Die Gleichung hat zwei Lösungen.
Und die praktische Folge: Beim Lösen von schreibst du , das Plusminus musst du setzen, die Wurzel bringt es nicht mit. Wer es vergisst, verliert die halbe Lösung.
Wann fällt die negative Lösung weg? Wenn eine Länge ist. Aber nicht, weil die Mathematik das verlangt, sondern weil es keine negativen Längen gibt. Das ist eine Aussage über die Situation, nicht über die Rechnung. Prüfe deshalb jedes Mal, ob der Sachzusammenhang die negative Lösung wirklich ausschließt.
Merk dir diese Unterscheidung besonders gut: Im nächsten Kapitel, den , ist genau dieser Schritt der häufigste Punktverlust.
Eine neue Art von Zahl: die irrationalen Zahlen
Bisher warst du mit den ausgekommen. Das sind alle Zahlen, die man als ganzer Zahlen schreiben kann. Dazu gehören mehr Zahlen, als man zunächst denkt: , aber auch (das ist ), ebenso (das ist ) und sogar die periodische (das ist ).
Und jetzt die Richtung, auf die es gleich ankommt: Jeder Bruch ergibt eine Dezimalzahl, die entweder abbricht oder periodisch wird, etwas Drittes kann gar nicht passieren.
Warum? Das hast du in Klasse 6 bereits begründet. Beim schriftlichen Dividieren bleibt in jedem Schritt ein Rest, und dieser Rest ist immer kleiner als . Es gibt also nur endlich viele mögliche Reste. Entweder wird der Rest irgendwann null, dann bricht die Zahl ab. Oder er wird nie null, dann muss sich nach spätestens Schritten ein Rest wiederholen. Ab da wiederholt sich die ganze Rechnung, also auch die Ziffernfolge: Die Zahl ist periodisch.
Und nun
Hier passiert etwas Neues: Die Dezimalstellen brechen nie ab, und sie wiederholen sich auch nie in einem Muster.
Und genau dafür brauchst du den Satz von oben. Er sagt: Jeder Bruch bricht ab oder wird periodisch. tut weder das eine noch das andere, also kann kein Bruch sein.
Achte auf die Richtung des Schlusses. Es genügt nicht, sich zu merken „abbrechend oder periodisch Bruch". Daraus allein folgt über eine Zahl, die weder noch ist, gar nichts. Gebraucht wird die Aussage über alle Brüche, und die haben wir oben nachgewiesen.
(Dass die Dezimalstellen wirklich nie in ein Muster fallen, kann man an keiner endlichen Ziffernfolge ablesen. Man kann es aber beweisen. Der Beweis, dass es keine zwei ganzen Zahlen gibt, deren Bruch genau ergibt, gehört zu den berühmtesten der Mathematik; im Unterricht der Klasse 9 wird er nicht geführt.)
Solche Zahlen heißen irrational („nicht als Verhältnis darstellbar"). Dazu gehören , , , die Wurzel aus jeder Zahl, die keine ist, und auch .
Für die Pythagoreer vor Jahren war das ein Schock: Sie waren überzeugt, dass sich jede Größe als Verhältnis ganzer Zahlen ausdrücken lässt. hat diese Überzeugung zerstört.
Aber existiert diese Zahl überhaupt?
Das ist eine berechtigte Frage, eine Zahl, die man nicht vollständig hinschreiben kann, wirkt verdächtig. Die Antwort liefert die Geometrie, und du kannst sie sehen: In einem mit der Seitenlänge ist die Diagonale nach lang. Diese Diagonale ist eine ganz normale Strecke, die man zeichnen und abmessen kann. Die Zahl existiert also als Länge, auch wenn ihre Dezimaldarstellung nie endet.
Die Wurzelspirale unten macht das für viele Wurzeln gleichzeitig sichtbar: Jedes neue erzeugt die nächste Wurzel als echte Strecke.
Damit ist die Zahlengerade endlich vollständig
Nimmt man die rationalen und die irrationalen Zahlen zusammen, entstehen die reellen Zahlen . Erst jetzt gehört zu jedem Punkt der Zahlengeraden eine Zahl, vorher waren dort noch Lücken, etwa genau an der Stelle .
Diese Kette liest sich wie die Geschichte deines Matheunterrichts: Mit konntest du zählen. Für brauchtest du . Für brauchtest du . Und für brauchst du jetzt . Jedes Mal wurde der Zahlenbereich , weil eine Rechnung sonst keine Lösung hatte.
Die Wurzelspirale: Jedes hat eine ; die neue ist nach . So werden geometrisch exakt konstruiert, irrationale Zahlen bekommen einen genauen Ort auf der Zahlengeraden.
Wurzeln schätzen, ohne Taschenrechner
konntest du exakt angeben, weil eine ist. Was aber machst du bei ? Diese Zahl hat unendlich viele Dezimalstellen, du kannst sie also gar nicht vollständig hinschreiben. Trotzdem lässt sich sehr gut sagen, wo sie liegt, und das reicht in den meisten Fällen.
Der Gedanke: einklemmen
Größere Zahlen haben größere Wurzeln. Deshalb kannst du zwischen die beiden benachbarten Quadratzahlen legen:
Und wenn zwischen und liegt, dann liegt auch die Wurzel dazwischen:
Damit weißt du schon: Das Ergebnis beginnt mit einer . Genau das zeigt die Zahlengerade unten.
Eine Stelle genauer
Jetzt schaust du, wo genau zwischen den Nachbarn die Zahl liegt. Von bis sind es Schritte; liegt Schritte hinter , also im ersten Drittel. Die Wurzel liegt daher näher an als an , eine gute Schätzung ist .
Und so prüfst du deine Schätzung, durch Quadrieren:
Also liegt zwischen und , und ist die bessere Schätzung. Dieses Verfahren funktioniert immer: schätzen, quadrieren, vergleichen, nachbessern. Du brauchst dafür nichts als das Einmaleins.
Warum das wichtig ist: Auch wenn du einen Taschenrechner hast, solltest du grob wissen, was herauskommen muss. Zeigt das Display plötzlich statt , erkennst du den Tippfehler sofort.
liegt zwischen und , und näher an , weil näher an liegt. So schätzt du jede Wurzel mit deinen ein: .
Rechnen mit Wurzeln: was erlaubt ist, und warum
Darf man Wurzeln auseinanderziehen? Also gilt zum Beispiel ? Probieren wir es aus:
Beide Wege liefern . Aber ein Beispiel könnte Zufall sein, deshalb überlegen wir, warum das immer funktioniert.
Die Begründung
Erinnere dich, was bedeutet: die nichtnegative Zahl, deren ergibt. Wenn wir also zeigen können, dass genau diese Eigenschaft hat, dann müssen beide gleich sein.
Quadrieren wir dazu und sortieren die Faktoren um (das Vertauschen ist erlaubt, Kommutativgesetz):
Im letzten Schritt haben wir benutzt, was eine Wurzel überhaupt ist: .
Das Ergebnis ist also: ist nichtnegativ (ein Produkt zweier nichtnegativer Zahlen) und ergibt quadriert . Damit ist es genau die Zahl, die meint. So entstehen die beiden Wurzelgesetze (das zweite begründet man genauso mit dem ):
Wofür man das braucht: teilweise Wurzelziehen
Die Gesetze sind kein Selbstzweck. Von rechts nach links gelesen erlauben sie, eine Wurzel exakt zu vereinfachen: Du suchst im Radikanden einen Faktor, der eine ist, und ziehst nur aus ihm die Wurzel.
Warum ist besser als ? Weil exakt ist. ist , und Rundungsfehler wachsen bei weiteren Rechnungen an. Nimm für den Radikanden immer die größte enthaltene Quadratzahl, sonst bist du nicht fertig: ist noch nicht vereinfacht, denn in steckt noch die . Richtig ist .
Die wichtigste Warnung: für Plus und Minus gilt das NICHT
Rechne selbst nach: , aber . Fünf ist nicht sieben, die Regel ist also falsch.
Warum machen so viele diesen Fehler? Weil er nach dem Muster der erlaubten Regel aussieht. Aber unsere Begründung oben funktioniert nur, weil man Faktoren beim Quadrieren umsortieren kann. Bei einer Summe geht das nicht: Quadriere , und du erhältst nach der , das lästige Mittelglied bleibt übrig. Es ist dieselbe Falle wie bei : Wurzeln und Quadrate verteilen sich auf Produkte, nie auf Summen.
Die Kubikwurzel, die Umkehrung des Hoch-3
Die Quadratwurzel beantwortet die Frage: Welche Zahl mit sich selbst multipliziert ergibt ? Sie macht also das Quadrieren rückgängig.
Nun gibt es aber auch Aufgaben, bei denen eine Zahl dreimal als Faktor auftritt. Ein Beispiel steckt in der Geometrie:
Ein würfelförmiger Behälter fasst . Wie lang ist eine Kante?
Das eines ist (siehe Bild). Gesucht ist also die Zahl mit
Durch Probieren findest du , denn . Aber bei wird Probieren mühsam. Es braucht ein eigenes Zeichen für diese Umkehrung.
Die Schreibweise
Sprich: „dritte Wurzel aus " oder Kubikwurzel (von Kubus = Würfel, genau daher kommt der Name). Die kleine vor dem Wurzelzeichen heißt Wurzelexponent; sie sagt, wie viele gleiche Faktoren gesucht sind.
Und die Quadratwurzel? Bei ihr ist der Wurzelexponent , man lässt ihn nur weg, weil sie so häufig vorkommt: ist eigentlich .
Der eine Unterschied zur Quadratwurzel
Bei der Quadratwurzel darf der Radikand nicht negativ sein, kein ist negativ. Bei der Kubikwurzel ist das anders: Multiplizierst du drei negative Zahlen, bleibt das Ergebnis negativ (minus mal minus ergibt plus, mal minus wieder minus):
Aus negativen Zahlen lässt sich also sehr wohl die dritte Wurzel ziehen. Woran liegt der Unterschied? An der Anzahl der Minuszeichen: Bei zwei Faktoren heben sie sich immer auf, bei drei bleibt eines übrig.
Am Taschenrechner findest du die Kubikwurzel meist als Taste oder über die Potenzschreibweise , warum das dasselbe ist, lernst du in Klasse 10 bei den Potenzgesetzen.
Beim sind alle drei Kanten gleich lang. Deshalb steht an jeder dasselbe . Sein ist folglich , für also . Die Kubikwurzel geht genau diesen Weg zurück: aus dem Volumen die Kantenlänge , .
Wurzeln exakt und geschätzt
Bestimme: a) b) c) Schätze auf eine Nachkommastelle.
- 1
Was ist bei a) gesucht? Die Zahl, die mit sich selbst multipliziert ergibt. Wir suchen also in unseren .
ist zu klein, ist zu groß, dazwischen liegt ✓
Die Probe ist immer dieselbe: Ergebnis quadrieren und mit dem Radikanden vergleichen.
- 2
b) Warum funktioniert das auch mit ? An der Bedeutung ändert sich nichts, gesucht ist die Zahl, deren ergibt.
Hier hilft ein Blick auf die Ziffern: ist das Quadrat von , also probieren wir :
Überrasch dich das? Das Ergebnis ist größer als der Radikand. Bei Zahlen zwischen und ist das immer so: Quadrieren macht solche Zahlen kleiner, Wurzelziehen also größer.
- 3
c) Zuerst einklemmen. ist keine Quadratzahl, ein exaktes Ergebnis gibt es also nicht. Wir suchen die beiden benachbarten Quadratzahlen:
Das Ergebnis beginnt also mit einer .
- 4
Jetzt genauer schätzen. liegt ungefähr in der Mitte zwischen und , also probieren wir die Mitte , und prüfen durch Quadrieren:
Das ist ein kleines Stück zu groß. Die Wurzel liegt also knapp unter .
- 5
Nachbessern und entscheiden. Testen wir :
liegt viel näher an als an . Auf eine Nachkommastelle ist deshalb die beste Schätzung.
a) (exakt) · b) (exakt) · c) (geschätzt)
Beachte den Unterschied: Bei a) und b) steht ein Gleichheitszeichen, bei c) ein , denn hat unendlich viele Dezimalstellen und lässt sich nur annähern.
Teilweises Wurzelziehen
Vereinfache: a) b) c)
- 1
Worum geht es hier überhaupt? ist keine , ein exaktes Ergebnis als ganze Zahl gibt es also nicht. Aber wir können die Wurzel vereinfachen, indem wir einen Teil davon exakt ziehen. Das Werkzeug dafür ist das Wurzelgesetz .
- 2
a) Den passenden Faktor suchen. Wir brauchen eine Zerlegung von , in der eine Quadratzahl steckt, und zwar die größte mögliche. Gehe die Quadratzahlen von oben durch:
Jetzt das Gesetz anwenden und aus der Quadratzahl die Wurzel ziehen:
Warum die größte Quadratzahl? Mit erhielten wir , und in der steckt noch die , wir wären also nicht fertig.
- 3
b) Dasselbe Vorgehen. In steckt die Quadratzahl :
- 4
c) Zuerst beide Wurzeln vereinfachen. Addieren können wir erst später, dazu müssen beide dieselbe Wurzel enthalten.
- 5
Jetzt zusammenfassen. Beide Terme enthalten . Sie sind also gleichartig, so wie und gleichartig sind. Deshalb dürfen wir die Vorzahlen addieren:
Wichtig: Addiert werden nur die Zahlen vor der Wurzel. Die Wurzel selbst bleibt unverändert, ist und nicht .
a) · b) · c)
Alle drei Ergebnisse sind exakt. wäre c) etwa , für weitere Rechnungen ist die exakte Form immer besser.
Rational oder irrational?
Entscheide jeweils mit Begründung: a) b) c) d)
- 1
Was ist die Prüffrage? Eine Zahl ist rational, wenn sie sich als ganzer Zahlen schreiben lässt. Praktisch heißt das: Ihre Dezimaldarstellung bricht ab oder wiederholt sich regelmäßig. Bei jeder Aufgabe fragen wir also: Lässt sich diese Zahl als Bruch schreiben?
- 2
a) . Hier lohnt es sich, zuerst zu rechnen, statt auf die Wurzel zu starren: ist eine , also .
Und ist eine , also auch als Bruch schreibbar: . → rational
Merke: Ein Wurzelzeichen bedeutet nicht automatisch „irrational". Entscheidend ist, was herauskommt.
- 3
b) . liegt zwischen den Quadratzahlen und , ist also selbst keine. Damit ist , die Stellen brechen nicht ab und wiederholen sich nicht. → irrational
- 4
c) . Der Strich bedeutet: Die wiederholt sich unendlich, also
Unendlich viele Stellen, aber sie wiederholen sich regelmäßig. Und periodische sind immer als Bruch darstellbar; hier ist . → rational
Das ist die häufigste Verwechslung: Nicht „unendlich viele Stellen" macht eine Zahl irrational, sondern „unendlich viele Stellen ohne Muster".
- 5
d) . Die Stellen laufen ohne Wiederholung endlos weiter; man hat bewiesen, dass sich nicht als Bruch schreiben lässt. → irrational
Der oft benutzte Wert ist nur eine Näherung (), nicht selbst.
Rational: a) und c) · Irrational: b) und d)
Die Entscheidungsfrage lautet immer: Bruch möglich, ja oder nein?
Von der Kantenlänge zum Volumen, und zurück
Ein würfelförmiger Wassertank hat das . Wie lang ist eine Kante? Wie viele Liter passen hinein?
- 1
Angaben sortieren. Gegeben ist das Volumen , gesucht die Kantenlänge . Wichtig ist die Zusatzinformation würfelförmig: Alle Kanten sind gleich lang.
- 2
Welche Formel passt? Beim gilt . Warum hoch ? Weil du die Grundfläche noch -mal übereinanderstapelst.
- 3
aufstellen. Setze das bekannte Volumen ein:
- 4
Nach auflösen. Gesucht ist die Zahl, deren dritte ergibt, genau das leistet die Kubikwurzel:
Kontrolle im Kopf: und ✓
- 5
Einheit klären. Das Volumen war in angegeben, also ist die Kante in lang: . Eine Länge kann keine Kubikeinheit haben.
- 6
Zweite Frage. Für Hohlmaße gilt , also fasst der Tank Liter.
Die Kante ist lang, der Tank fasst Liter.
Typischer Fehler
, z. B.
Die Wurzelgesetze gelten nur für Mal und Geteilt! Zahlencheck: . Wurzeln „verteilen" sich nicht auf Summen, genau wie das Quadrieren (, die alte Binomi-Falle in neuem Gewand!).
Übung 1
leichtBerechne ohne Taschenrechner: a) b) c) d)
Tipp anzeigen
d) hilft.
Lösung anzeigen
a) · b) · c) · d)
Detaillierte Schritterklärung anzeigen
Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
a) und b) Quadratzahlen erkennen
(denn ) und (denn ).
- 2
c) Wurzel aus einem Bruch
: und einzeln wurzeln.
- 3
d) Wurzel aus einer Dezimalzahl
, also .
Übung 2
mittelZiehe teilweise die Wurzel: a) b) c) Vereinfache:
Tipp anzeigen
c) Beide auf bringen.
Lösung anzeigen
a)
b)
c)
Detaillierte Schritterklärung anzeigen
Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
a) Quadratischen Faktor herausziehen
mit der : .
- 2
b) Den größten Quadratfaktor nehmen
: .
- 3
c) Erst vereinfachen, dann zusammenfassen
und ; dann .
Übung 3
schwerEin quadratisches Grundstück hat den . a) Gib die Seitenlänge exakt (mit Wurzel) und an. b) Zeige durch Quadrieren, dass deine exakte Angabe stimmt. c) Zwischen welchen zwei liegt die Seitenlänge?
Tipp anzeigen
.
Lösung anzeigen
a)
b) ✓
c) → zwischen 28 und 29.
Detaillierte Schritterklärung anzeigen
Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
a) Seitenlänge als Wurzel ansetzen
mit : m.
- 2
b) Beweis durch Quadrieren
✓.
- 3
c) Zwischen Quadratzahlen einschachteln
→ die Seitenlänge liegt zwischen und .
Übung: Kubikwurzeln
mittela) Berechne ohne Taschenrechner: , , . b) Warum ist nicht definiert, aber schon? c) Ein hat das . Wie lang ist seine Kante? d) Zwischen welchen zwei liegt ?
Tipp anzeigen
Suche bei a) und c) systematisch: Welche Zahl ergibt hoch den Radikanden? Kubikzahlen zum Merken: .
Lösung anzeigen
a) (denn ) · · (denn )
b) Bei zwei gleichen Faktoren heben sich die Minuszeichen immer auf, ein kann nie negativ sein. Bei drei Faktoren bleibt ein Minus übrig, deshalb kann eine dritte negativ sein und die Kubikwurzel existiert.
c) (denn ), also .
d) → zwischen 4 und 5.
Detaillierte Schritterklärung anzeigen
Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
a) Kubikzahlen rückwärts
(denn ), , (denn ).
- 2
b) Warum minus bei ungerader, nie bei gerader Wurzel
Bei ZWEI gleichen Faktoren heben sich die Minuszeichen immer auf (), ein Quadrat ist nie negativ, existiert nicht. Bei DREI Faktoren bleibt ein Minus übrig (), die Kubikwurzel aus Negativem existiert.
- 3
c) Würfelkante aus dem Volumen
m cm, denn .
- 4
d) Einschachteln zwischen Kubikzahlen
→ liegt zwischen und .
Zusammenfassung
Die Quadratwurzel liefert die nichtnegative Zahl zum gegebenen : Radikand nie negativ, Ergebnis nie negativ, aber hat zwei Lösungen. Wurzeln aus Nicht-Quadratzahlen sind irrational und machen mit den die Zahlengerade zu komplett. Wurzelgesetze gelten für Produkte und Quotienten, teilweises Ziehen hält Ergebnisse exakt, und für Summen gilt: Finger weg!


