Funktionen
Exponentialfunktionen und Logarithmus
Wachstum mit Zinseszins-Effekt: exponentielle Prozesse verstehen und Gleichungen lösen.
Benötigte Grundlagen
Diese Themen kommen in diesem Kapitel vor und wurden vorher schon erklärt. Wenn dir eines davon unsicher vorkommt, frisch es kurz auf, sonst leg direkt los.
Einführung
Ein Blatt Papier 42-mal falten, wie dick? Bis zum Mond! Exponentielles Wachstum sprengt jede Intuition: Es wächst nicht um feste Beträge, sondern um feste Faktoren. Von Zinseszinsen über Bakterienkulturen bis zur Halbwertszeit: Hier lernst du die Funktion, die die Welt verdoppelt, und den Logarithmus, der sie wieder einfängt.
Das kannst du nach diesem Kapitel
exponentielles von linearem Wachstum unterscheiden.
Exponentialfunktionen aufstellen (Startwert, Wachstumsfaktor).
in Wachstumsfaktoren übersetzen ().
den Logarithmus als Umkehrung des Potenzierens nutzen und Exponentialgleichungen lösen.
mit Verdopplungszeit und Halbwertszeit argumentieren.
Zwei Arten zu wachsen, und warum das einen riesigen Unterschied macht
Zwei Angebote für dein Sparschwein:
- Angebot A: Jedes Jahr kommen € dazu.
- Angebot B: Jedes Jahr wird der Betrag um die Hälfte größer (also mal ).
Bei € Startguthaben, welches ist besser? Rechnen wir beide Jahr für Jahr aus:
| Jahr | Angebot A () | Angebot B () |
|---|---|---|
| 0 | ||
| 1 | ||
| 2 | ||
| 3 | ||
| 5 | ||
| 10 |
Nach einem Jahr sind beide gleich. Nach zehn Jahren ist B fast zehnmal so groß. Das ist kein Rechenfehler. Es ist der Unterschied zwischen den beiden Wachstumsarten.
Woran du sie unterscheidest
- Lineares Wachstum: In jedem Schritt kommt derselbe Summand dazu. Man addiert. Der Graph ist eine Gerade (das war die aus Klasse 8, der Summand war die ).
- Exponentielles Wachstum: In jedem Schritt wird mit demselben Faktor multipliziert. Man multipliziert. Der Graph ist eine immer steiler werdende Kurve.
Die Prüffrage bei jeder Aufgabe: Steht im Text „pro Jahr € mehr" (fester Betrag) oder „pro Jahr mehr" (fester Anteil)? Prozentangaben bedeuten fast immer exponentielles Wachstum, denn von einem größeren Bestand sind ja auch absolut mehr.
Warum unsere Intuition hier versagt
Menschen schätzen exponentielles Wachstum systematisch zu klein ein, unser Gehirn denkt in Summen, nicht in Produkten. Das Papierfalten aus der Einführung zeigt es: Nach Faltungen wäre das Blatt rechnerisch über dick und damit dicker als die Entfernung zum Mond. Man kann es kaum glauben, aber es sind nur Verdopplungen: .
Genau deshalb lohnt es sich, hier zu rechnen statt zu schätzen.
Die Exponentialfunktion, wie die Formel entsteht
Schauen wir uns Angebot B aus der Tabelle genauer an. Was passiert dort eigentlich?
Der Exponent zählt einfach ab, wie oft der Faktor angewendet wurde. Damit steht die Formel schon da. Man muss nur noch die beiden Zahlen durch Buchstaben ersetzen:
- ist der Startwert, der Bestand zu Beginn, bei .
- ist der Wachstumsfaktor, die Zahl, mit der in jedem Schritt multipliziert wird.
Der entscheidende Unterschied zu allem bisherigen: Bei den stand das unten und der Exponent war fest. Jetzt ist es umgekehrt, die Basis ist fest und das steht im Exponenten. Daher der Name Exponentialfunktion. Diese Vertauschung ändert das Verhalten vollständig.
Was der Faktor bewirkt
- → Wachstum. Bei verdoppelt sich der Bestand in jedem Schritt.
- → Zerfall. Bei halbiert er sich; multiplizieren mit einer Zahl unter verkleinert.
- wäre langweilig: Der Bestand bliebe konstant.
Drei Eigenschaften des Graphen, und ihre Gründe
1. Er startet bei . Für ist (das hast du im Potenzkapitel hergeleitet), also . Der Graph geht immer durch .
2. Er wird nie null und nie negativ. Ein positiver Faktor bleibt beim Multiplizieren positiv, egal wie oft. Der Bestand kann beliebig klein werden, aber nie null erreichen. Deshalb nähert sich die Kurve der -Achse an, ohne sie je zu berühren, die -Achse ist eine Asymptote.
3. Er wird immer steiler (bei ). Weil in jedem Schritt vom bereits gewachsenen Bestand aus multipliziert wird, sind die Zuwächse absolut immer größer. Beim linearen Wachstum bleibt der Zuwachs dagegen konstant. Das ist genau der Unterschied aus der Tabelle oben.
Das Bild unten zeigt Wachstum und Zerfall im Vergleich.
Wachstum und Zerfall
bedeutet Wachstum (, grün, Verdopplung pro Schritt), Zerfall (, blau: Halbierung). Beide Graphen laufen durch und nähern sich der x-Achse (gestrichelte Asymptote), ohne sie zu erreichen.
Prozente werden Faktoren, der Schlüssel zu allen Anwendungen
Fast alle Aufgaben zu diesem Thema sind in formuliert: „ ", „ Wertverlust pro Jahr". Die Exponentialfunktion braucht aber einen Faktor . Der Übersetzungsschritt dazwischen entscheidet über die halbe Aufgabe.
Wie man von Prozent zum Faktor kommt
Nimm ein Guthaben von € mit Zinsen. Nach einem Jahr hast du das ursprüngliche Kapital plus die Zinsen:
Rechne das in einem Schritt: Aus werden , also das -fache. Allgemein, und das ist derselbe Gedanke wie beim vermehrten in Klasse 7:
| Angabe | Faktor | Bedeutung |
|---|---|---|
| Wachstum | ||
| Verdopplung | ||
| Zerfall | ||
| Halbierung |
Die Faustregel: Bei Wachstum ist , bei Zerfall liegt zwischen 0 und 1. Kommt bei dir für einen Wertverlust ein negatives heraus (etwa ), hast du den Zuwachs mit dem Faktor verwechselt.
Warum das exponentiell ist, und nicht linear
Hier liegt der eigentliche Unterschied zur Zinsrechnung aus Klasse 7. Damals wurden die Zinsen jedes Jahr vom gleichbleibenden Startkapital berechnet. Jetzt verzinst sich das Guthaben inklusive der bereits gutgeschriebenen Zinsen. Das ist der Zinseszins.
Der Exponent zählt also einfach, wie oft der Faktor angewendet wurde. Genau daraus entsteht die in der Formel. Sie fällt nicht vom Himmel, sondern ist die Kurzschreibweise für „-mal denselben Faktor".
Ein Zahlenbeispiel, das den Unterschied zeigt: € zu über Jahre. Ohne Zinseszins gäbe es € Zinsen. Mit Zinseszins sind es rund €, die zusätzlichen € sind Zinsen auf Zinsen.
Der Logarithmus: die Umkehrung des Potenzierens
Bisher war der Exponent gegeben und das Ergebnis gesucht: „Wie viel ist nach Jahren da?" Oft ist die Frage aber umgekehrt: „Nach wie vielen Jahren ist das Kapital verdoppelt?" Dann steht die Unbekannte im Exponenten:
Und hier versagen alle bisherigen Werkzeuge. Du kannst nicht die ziehen (die holt die Basis heraus, nicht den Exponenten), und Umstellen hilft nicht, das sitzt oben fest.
Was fehlt, ist eine neue Umkehrung
Erinnere dich an das Muster aus Klasse 9: Zu jeder Rechenart gehört eine Umkehrung. Beim Potenzieren gibt es aber zwei verschiedene Rückfragen:
- „Welche Basis?" → das beantwortet die Wurzel.
- „Welcher Exponent?" → das beantwortet der Logarithmus.
Gelesen: „ ist der Logarithmus von zur Basis ". Oder ganz praktisch: Der Logarithmus ist die Antwort auf die Frage „hoch wie viel?"
Wie du ihn mit dem Taschenrechner ausrechnest
Die meisten Taschenrechner haben nur zwei Logarithmus-Tasten: log (Basis ) und ln (Basis , kommt in Klasse 11). Für beliebige Basen gibt es deshalb die Umrechnung:
(Warum diese Umrechnung stimmt, begründen wir hier nicht, dafür braucht man Rechenregeln für Logarithmen, die erst in der Oberstufe drankommen. Nimm sie in diesem Kapitel als Taschenrechner-Werkzeug, und prüfe jedes Ergebnis mit der Probe: Basis hoch Ergebnis muss die Ausgangszahl liefern.)
Für unser Beispiel:
Probe: , passt ✓
Häufiger Fehler: ist nicht . Es wird wirklich ein aus zwei Logarithmuswerten gebildet, nicht der Logarithmus eines Bruchs.
Der Zusammenhang im Bild
Weil der Logarithmus die Umkehrfunktion der Exponentialfunktion ist, entsteht sein Graph durch Spiegelung an der Geraden (siehe Bild). Das gilt für jede Umkehrfunktion: Vertauschen von und ist geometrisch genau diese Spiegelung.
Daran erkennst du auch die Definitionsmenge: Die Exponentialfunktion liefert nur positive Werte, also kann man den Logarithmus auch nur aus positiven Zahlen ziehen. und gibt es nicht.
Logarithmus als Umkehrung
Der Logarithmus macht die Exponentialfunktion rückgängig: (blau) ist die Umkehrfunktion von (grün). Ihre Graphen sind Spiegelbilder an der Geraden .
Prüfe dich: Die Gleichungen x hoch 5 = 100 und 5 hoch x = 100 sehen fast gleich aus. Welche löst die Wurzel, welche der Logarithmus, und warum?
Versuch es erst selbst, die Entscheidungsregel steht im Abschnitt über den Logarithmus.
Stelle bei jeder Potenzgleichung dieselbe Frage: Was ist gesucht, die Basis oder der Exponent?
Bei ist die Basis gesucht. Das steht unten, der Exponent ist bekannt. Diese Rückfrage beantwortet die :
(Die Schreibweise mit dem Bruch-Exponenten kennst du aus dem Potenzkapitel, auf dem Taschenrechner tippst du genau sie ein.)
Bei ist der Exponent gesucht. Das steht oben, die Basis ist bekannt. Diese Rückfrage beantwortet der Logarithmus:
Dass zwei verschiedene Zahlen herauskommen, ist kein Zufall: Es sind zwei verschiedene Fragen an dieselben drei Zahlen. Die Probe zeigt es, ✓ und ✓, aber wäre falsch.
Der Merksatz: Steht das unten (an der Basis) → Wurzel. Steht das oben (im Exponenten) → Logarithmus. Wer beides verwechselt, merkt es spätestens an der Probe, deshalb gehört sie zu jeder Logarithmus-Rechnung dazu.
Verdopplungszeit und Halbwertszeit
Bei exponentiellen Vorgängen gibt es eine erstaunliche Eigenschaft:
Die Zeit, in der sich ein Bestand verdoppelt (oder halbiert), ist immer gleich lang, egal, wie groß der Bestand gerade ist.
Warum ist das so?
Bei linearem Wachstum wäre das anders: Wer jährlich € dazubekommt, braucht von € auf € zwei Jahre, von € auf € aber vier.
Beim exponentiellen Wachstum wird dagegen jedes Mal mit demselben Faktor multipliziert. Und Multiplizieren interessiert sich nicht dafür, wie groß der Ausgangswert ist: Aus wird nach Schritten , aus wird . Damit sich der Bestand verdoppelt, muss in beiden Fällen gelten, dieselbe Bedingung, also dieselbe Zeit.
Wie man sie berechnet
Setze den Faktor hoch gleich (Verdopplung) bzw. (Halbierung) und löse mit dem Logarithmus:
Beispiel : Bei () dauert die Verdopplung Jahre, unabhängig davon, ob € oder € angelegt sind.
Wo dir das begegnet: Der radioaktive Zerfall arbeitet mit Halbwertszeiten: Kohlenstoff-14 halbiert sich alle Jahre, immer gleichmäßig. Genau darauf beruht die Altersbestimmung von Fossilien: Aus dem verbliebenen Anteil rechnet man rückwärts auf die verstrichene Zeit.
Zinseszins
€ werden mit pro Jahr verzinst (Zinseszins). Wie viel Geld liegt nach Jahren auf dem Konto?
- 1
Angaben sortieren. Gegeben sind der Startbetrag €, der pro Jahr und die Laufzeit Jahre. Gesucht ist das Endkapital.
Das Stichwort Zinseszins ist entscheidend: Die Zinsen bleiben auf dem Konto und werden im nächsten Jahr mitverzinst. Es handelt sich also um exponentielles Wachstum, nicht um lineares.
- 2
Vom Prozentsatz zum Faktor. Die Exponentialfunktion braucht keinen Prozentsatz, sondern einen Faktor. Nach jedem Jahr sind vorhanden:
Kontrolle: Bei Wachstum muss sein ✓
- 3
Die Funktion aufstellen. Startwert , Faktor , und zählt die Jahre:
Warum steht das oben? Weil es zählt, wie oft der Faktor angewendet wurde, nach Jahren wurde -mal mit multipliziert.
- 4
Einsetzen. Gefragt ist der Stand nach Jahren:
- 5
Die zuerst berechnen (Potenz vor Punktrechnung):
Das bedeutet: Das Kapital ist auf das -fache gewachsen, also um rund .
Wichtig: Das sind nicht . Die Differenz sind die Zinsen auf Zinsen.
- 6
Ausrechnen und .
Bei Geldbeträgen wird auf zwei Nachkommastellen gerundet, die Einheit ist Euro.
- 7
Der Vergleich, der zeigt, worum es geht. Ohne Zinseszins (jedes Jahr von den ursprünglichen €) wären es:
€
Der Zinseszins bringt also gut € mehr. Je länger die Laufzeit, desto größer wird dieser Abstand, nach Jahren wären es bereits über € Unterschied.
Nach Jahren liegen etwa € auf dem Konto.
Das Vorgehen bei jeder Zinseszins-Aufgabe: in den Faktor übersetzen → Funktion aufstellen → Laufzeit einsetzen.
Exponentialgleichung mit Logarithmus
Eine Bakterienkultur startet mit Bakterien und verdreifacht sich pro Tag. Nach wie vielen Tagen überschreitet sie ?
- 1
Angaben sortieren. Startwert , Wachstumsfaktor („verdreifacht sich" heißt: mal ). Gesucht ist die Zeit, also steht die Unbekannte diesmal im Exponenten.
Das ist der entscheidende Unterschied zur vorigen Aufgabe: Dort war die Zeit gegeben und der Bestand gesucht, hier ist es umgekehrt. Deshalb brauchen wir den Logarithmus.
- 2
Die aufstellen. Die Funktion lautet , und sie soll erreichen:
- 3
Die Potenz isolieren. Bevor der Logarithmus helfen kann, muss allein stehen. Also teilen wir beide Seiten durch :
Diesen Schritt darf man nicht überspringen, den Logarithmus auf beide Seiten der ursprünglichen Gleichung anzuwenden, führt in die Irre.
- 4
Jetzt den Logarithmus anwenden. Gesucht ist der Exponent, zu dem die Zahl ergibt:
Weil der Taschenrechner nur die Basis kennt, rechnen wir um:
- 5
Das Ergebnis interpretieren, hier steckt die eigentliche Aufgabe. Ein Ergebnis von Tagen ist mathematisch korrekt, aber die Frage lautete: nach wie vielen ganzen Tagen wird die Marke überschritten?
Prüfen wir die beiden benachbarten ganzen Tage:
- 6
Antwort formulieren. Die Grenze wird also zwischen Tag und Tag überschritten, genauer: im Laufe des 5. Tages.
Warum nicht einfach „nach 4,82 Tagen"? Weil Bakterienkulturen nicht in Sprüngen wachsen, das Modell aber diskrete Tagesschritte annimmt. Bei solchen Aufgaben rundet man deshalb immer auf die nächste ganze Einheit auf, vorher ist die Marke ja noch nicht erreicht.
Im Laufe des 5. Tages überschreitet die Kultur die Marke von Bakterien.
Das Muster: Unbekannte im Exponenten → isolieren → logarithmieren → Ergebnis am Sachkontext und deuten.
Zerfall: Wertverlust
Ein Auto kostet neu € und verliert jährlich an Wert. a) Stelle die Funktion auf. b) Was ist es nach Jahren wert? c) Nach wie vielen Jahren ist es rechnerisch nur noch die Hälfte wert?
- 1
a) Vom zum Faktor, jetzt mit Minus. Jedes Jahr gehen verloren, es bleiben also übrig:
Die häufigste Falle: Der Faktor ist und nicht . Ein negativer Faktor würde bedeuten, dass der Wert das Vorzeichen wechselt, unsinnig. Bei Zerfall liegt immer zwischen und .
- 2
a) Funktion aufstellen. Startwert , Faktor , zählt die Jahre:
- 3
b) Einsetzen für .
Zuerst die :
Das heißt: Nach sechs Jahren sind noch rund des Neuwerts übrig.
- 4
b) Ausrechnen.
€
Plausibilität: Ein sechs Jahre altes Auto für gut ein Drittel des Neupreises, das entspricht durchaus der Realität ✓
Übrigens: Verlust wäre falsch gerechnet. Die beziehen sich jedes Jahr auf den bereits gesunkenen Wert, nicht auf den Neupreis.
- 5
c) Die Halbwertszeit, jetzt ist die Zeit gesucht. „Nur noch die Hälfte wert" heißt: Der Faktor insgesamt soll betragen.
Der Startwert spielt dabei keine Rolle und sich weg, deshalb ist die Halbwertszeit unabhängig vom Ausgangswert.
- 6
c) Logarithmieren.
Beachte: Beide Logarithmen sind negativ (weil beide Zahlen kleiner als sind), der aus zwei negativen Zahlen ist aber positiv. Eine negative Zeit wäre hier auch unsinnig.
a) · b) nach Jahren rund € · c) der Wert halbiert sich etwa alle Jahre.
Merke für Zerfallsaufgaben: liegt zwischen und . Und die Halbwertszeit hängt nur vom Faktor ab, nicht vom Startwert.
Typischer Fehler
„5 % Wachstum pro Jahr, 10 Jahre, macht insgesamt 50 %."
addieren sich nicht über die Zeit, sie multiplizieren sich! : Es sind knapp 63 %, nicht 50. Der Unterschied ist der Zinseszins-Effekt: Jedes Jahr wächst auch das, was in den Vorjahren dazukam. Je länger der Zeitraum, desto dramatischer die Abweichung.
Übung 1
leichtGib den Wachstumsfaktor an: a) b) c) Verdopplung d)
Tipp anzeigen
.
Lösung anzeigen
a) · b) · c) · d)
Detaillierte Schritterklärung anzeigen
Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
Das Prinzip: Prozentsatz → Faktor
Wachsen um heißt multiplizieren mit ; schrumpfen um mit . Die steht für den alten Bestand, der erhalten bleibt.
- 2
a), b) und d) übersetzen
a) : . b) : . d) : .
- 3
c) Verdopplung als Sonderfall
Verdopplung heißt Faktor , das entspricht .
Übung 2
mittelEine Stadt hat 50 000 Einwohner und wächst um pro Jahr. a) Stelle die Funktion auf. b) Wie viele Einwohner nach 15 Jahren? c) Prüfe: Ist die lineare Schätzung „" zu hoch oder zu niedrig?
Tipp anzeigen
b) .
Lösung anzeigen
a)
b)
c) Linear wären es , die lineare Schätzung ist zu niedrig (exponentiell schlägt linear, hier um ~2 300 Einwohner).
Detaillierte Schritterklärung anzeigen
Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
a) Die Exponentialfunktion aufstellen
Startwert , Wachstumsfaktor pro Jahr: .
- 2
b) 15 Jahre einsetzen
Einwohner.
Zwischenergebnis
Einwohner
- 3
c) Exponentiell schlägt linear
Linear gerechnet: → . Tatsächlich: . Die lineare Schätzung ist ZU NIEDRIG, um rund Einwohner.
Übung 3
schwerKoffein wird im Körper etwa exponentiell abgebaut; die Halbwertszeit beträgt rund 5 Stunden. Um 14 Uhr enthält dein Blut 200 mg Koffein. a) Stelle die Funktion mit Basis und Zeiteinheit „5 Stunden" auf. b) Wie viel Koffein ist um 24 Uhr noch übrig? c) Wann sind es weniger als 25 mg?
Tipp anzeigen
b) 10 Stunden = 2 Halbwertszeiten.
Lösung anzeigen
a) ( = Anzahl der 5-Stunden-Perioden)
b) 24 Uhr = 10 h später = 2 Perioden: mg
c) : Nach 3 Halbwertszeiten (15 h, also 5 Uhr morgens) sind es genau 25 mg, danach weniger. Deshalb stört später Kaffee den Schlaf!
Detaillierte Schritterklärung anzeigen
Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
a) Halbwertszeit als Basis 0,5
Pro Halbwertszeit halbiert sich der Bestand: , wobei die Anzahl der 5-Stunden-Perioden seit 14 Uhr zählt.
- 2
b) 24 Uhr: zwei Halbwertszeiten
Von 14 bis 24 Uhr sind es 10 Stunden Perioden: mg.
Zwischenergebnis
mg um 24 Uhr
- 3
c) Unter 25 mg: Halbierungen zählen
: Nach Halbwertszeiten (15 h, also 5 Uhr morgens) sind es GENAU 25 mg, weniger als 25 mg erst DANACH.
Zusammenfassung
Exponentielle Prozesse multiplizieren statt addieren: mit Faktor aus dem . Wachstum () explodiert, Zerfall () schmiegt sich an die Null, beide mit konstanter Verdopplungs- bzw. Halbwertszeit. Und wenn das im Exponenten gesucht ist, angelt es der Logarithmus herunter: .


