Interferenz von Laserlicht
Worum geht es?
Am zeigt Licht sein Wellengesicht. Die Teilbündel beider Spalte überlagern sich: Wo ihr ein Vielfaches der beträgt (), verstärken sie sich; dazwischen, bei , löschen sie sich aus. Aus der Streifengeometrie folgt die Wellenlänge, eine Länge von Millionstel Millimetern, gemessen mit Maßband und Lineal. Das Gitter macht daraus ein Präzisionsinstrument.
Warum macht man dieses Experiment?
Dies ist das Entscheidungsexperiment der Optik. ist mit Strahlen prinzipiell nicht erklärbar; Youngs beendete 1802 die Alleinherrschaft der Strahlenoptik. Zugleich zeigt der Versuch ein methodisches Kunststück: Eine unvorstellbar kleine Länge wird über Winkelgeometrie ins Zentimetermaß übersetzt. Und er ist die Grundlage der Spektroskopie, mit der man die chemische Zusammensetzung von Sternen bestimmt.
Die physikalische Idee
Vier Stufen: (1) Das Phänomen: beleuchten, Muster ansehen, Einzelspalt-Gegenprobe. (2) Die Messung: Streifenabstand über zehn Streifen mitteln, λ aus berechnen. (3) Der Instrumentenwechsel: Gitter statt Doppelspalt, gleiche Orte, aber viel schärfere Maxima. Warum? (4) Die Präzisionsmessung: mehrere Ordnungen, exakte Winkelrechnung ohne Kleinwinkelnäherung.
Benötigtes Vorwissen
Für dieses Experiment hilft dir dieses Vorwissen. Du kannst es jederzeit nachschlagen — das Experiment bleibt auch so verständlich.
- Wellen: Überlagerung und Gangunterschied
- Stehende Wellen (Experiment)
Wissenschaftliche Einordnung
Thomas Young stellte 1802 mit dem die Wellennatur des Lichts gegen Newtons Autorität und setzte sich erst Jahrzehnte später durch. Fraunhofer machte mit Gittern aus der die Spektralanalyse. Die Quantenphysik gab dem Versuch dann eine zweite Karriere: Auch einzelne und sogar Elektronen bauen das Streifenmuster auf. Es ist das , das die Physik zweimal verändert hat.
Versuchsziel
Was möchtest du untersuchen?
Aktuelles Versuchsziel
Die Wellenlänge aus dem Streifenabstand
Bestimme die des Lasers aus dem Streifenabstand des Doppelspaltmusters.
Gesucht
- — Wellenlänge (in )
Die unsichtbar kleine Länge, die das ganze Muster taktet.
Gemessen
- — Abstand Spalt-Schirm (in )
Mit dem Maßband gemessen: 4,00 m, der Hebel der Messung.
- — Streifenabstand (in )
Über zehn Streifen gemittelt, die Kerngröße.
Bekannt
- — Spaltabstand (in )
Herstellerangabe der Spaltplatte: 0,20 mm.
Der Weg von der Messung zum Ergebnis:
Für diese Zielsetzung brauchst du:
- Die Maximumsbedingung: Gangunterschied gleich Vielfaches der Wellenlänge.Zur Formelsammlung
- Die Kleinwinkel-Folgerung: gleichabständige Streifen, nach λ auflösbar.Zur Formelsammlung
Versuchsprotokoll
So ist ein physikalisches Versuchsprotokoll aufgebaut. Die Reihenfolge ist immer dieselbe — die Inhalte gehören zu deinem gewählten Versuchsziel.
1Aufgabenstellung
Miss den Abstand über zehn Streifenperioden auf dem angeklebten Millimeterpapier, berechne Δs und daraus λ; schätze die Messunsicherheit aus den Einzelgrößen ab.
2Vorbetrachtung
Vom Gangunterschied zum Streifenabstand
Zum Schirmpunkt unter dem Winkel sind die Wege von beiden Spalten verschieden lang: Für ferne Schirme ist der Unterschied die Kathete im kleinen Dreieck am Spalt:
Maxima liegen bei . Für kleine Winkel (unsere Streifen liegen bei unter einem Grad!) gilt , und die Maxima liegen äquidistant:
Der Streifenabstand ist der Zuwachs pro Ordnung. Mit den Nennwerten erwarten wir , bequem messbar. Der große Schirmabstand ist der Hebel, der Nanometer in Millimeter übersetzt.
3Geräte / Stoffe
Über viele Streifen messen und teilen: Beim Einzelabstand wären ±0,5 mm schon 4 Prozent, über zehn Perioden nur noch 0,4 Prozent. Von Streifenmitte zu Streifenmitte ablesen.
Laser (650 nm, Klasse 2)
Einfarbiges, gebündeltes, kohärentes Licht. Nur damit sind die Streifen kontrastreich sichtbar.
Doppelspalt d = 0,20 mm
Die zwei Elementarquellen, deren sich überlagern.
Gitter 100 Striche/mm
Hunderte Spalte im gleichen Abstand verwandeln das Streifenmuster in scharfe Nadeln: unser Messinstrument.
Maßband und Millimeterpapier
Die ganze Messtechnik. Aus Zentimetern werden am Ende Nanometer.
4Skizze des Versuchsaufbaus
Geometrie: , Winkel θ, Schirm bei a mit den Maxima x₀, x₁, x₂; das kleine Gangunterschieds-Dreieck am Spalt vergrößert.
Der Kern der Erklärung: Zum Punkt P laufen zwei Wege verschiedener Länge, und ihr Unterschied entscheidet. Bei einem ganzzahligen -Vielfachen treffen Wellenberge auf Wellenberge (hell), bei halbzahligem trifft Berg auf Tal (dunkel).
Das Doppelspaltbild: gleichabständige helle Streifen mit weichen Übergängen. Die Einhüllende stammt von der am Einzelspalt.
Aufbau: Laser (Klasse 2, λ nominell 650 nm), d = 0,20 mm, Gitter 100 Striche/mm, Schirm (weiße Wand) in 4,00 m bzw. 2,00 m, Maßband, Millimeterpapier-Streifen zum Ankleben, abgedunkelter Raum.
5Durchführung
Miss a (4,00 m). Markiere auf dem Papierstreifen die Mitten von elf aufeinanderfolgenden Maxima, lies die Gesamtstrecke ab und teile durch zehn. Danach folgen Rechnung und Fehlerschätzung.
6Beobachtung
| Größe | Wert |
|---|---|
| (±1 cm) | |
| Strecke über 10 Perioden | (±1 mm) |
| (Herstellerangabe) |
Beispieldaten zur Veranschaulichung — keine echten Messwerte.
7Auswertung
Die Rechnung:
Die Herstellerangabe des Lasers (650 nm) ist genau getroffen. Eine Länge, 1500-mal kleiner als ein Haardurchmesser, gemessen mit Maßband und Millimeterpapier. Der Trick ist der doppelte Hebel: Das große a vergrößert die Streifen, die Mittelung über zehn Perioden verkleinert den Ablesefehler.
Die Fehlerbilanz: Die relativen Unsicherheiten betragen bei der Streckenmessung 1/130 ≈ 0,8 %, bei a etwa 0,25 % und bei d laut Hersteller rund 2 %. Der Spaltabstand dominiert also. Die Messung ist nur so gut wie ihr am schlechtesten bekannter Baustein, und genau deshalb lohnt sich Variante 4 mit dem präziser gefertigten Gitter.
Die Größenordnung verdient einen Moment: 650 nm bedeutet 1500 pro Millimeter. Sichtbares Licht (380 bis 780 nm) ist ein winziger Ausschnitt der elektromagnetischen Skala, und dass trotzdem Streifen im Zentimeterbereich entstehen, liegt allein am Verhältnis a/d = 20 000. ist Geometrie mit einem extremen Übersetzungsverhältnis.
8Fazit
, gemessen über 13,0 mm Streifenabstand bei 4 m Schirmweite. Die sichtbaren Lichts ist damit mit Schulmitteln bestimmt. Die Genauigkeit begrenzt der Spaltabstand, und genau da setzt das Gitter an.
9Fehlerbetrachtung
Die Fehlerkette ist kurz, aber jede Stelle zählt:
Spaltabstand ungenau bekannteher systematisch
- Ursache
Fertigungstoleranz der Schulspaltplatte.
- Auswirkung
Geht eins zu eins in λ ein, der dominante Fehler (~2 %).
- Verbesserung
d selbst per Mikroskop prüfen oder Gitter verwenden (Variante 4).
Schirm nicht senkrecht zum Strahleher systematisch
- Ursache
Schiefe Projektion streckt das Muster einseitig.
- Auswirkung
Δs zu groß, λ überschätzt.
- Verbesserung
Schirm ausrichten; Symmetrie des Musters links/rechts prüfen.
Streifenmitten geschätzteher zufällig
- Ursache
Helle Streifen haben weiche Profile.
- Auswirkung
±1 mm auf die Zehnerstrecke.
- Verbesserung
Über viele Perioden messen (geschehen), Markierung bei adaptiertem Auge.
Das Wichtigste
- Die Bedingung
Maxima liegen bei , Minima bei . Am gilt , alles Weitere ist Geometrie.
- Dunkel beweist Welle
Zwei offene Spalte erzeugen an den Minima weniger Licht als ein einzelner. Eine Addition von Strahlen kann das nie; nur , bei denen Berg auf Tal trifft, können sich auslöschen. Das ist das historische K.-o.-Argument.
- Das Gitter schärft
Viele Spalte im gleichen Abstand ergeben Maxima an denselben Orten wie beim , aber nadelscharf: Schon kleine Winkelabweichungen finden unter hunderten Teilwellen einen Auslöschungspartner.
- Nanometer mit dem Maßband
: Die winzige wird über den Hebel großer Abstände messbar, hier auf ±1 nm reproduzierbar.