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Atom- und Kernphysik

Röntgenstrahlung und der Laser

Wie man aus schnellen Elektronen Röntgenlicht macht und wie ein Laser Photonen dazu bringt, im Gleichschritt zu laufen.

Benötigte Grundlagen

Dieses Vorwissen brauchst du für das Kapitel. Schau kurz nach, wenn dir etwas davon nicht mehr präsent ist, sonst leg direkt los.

Einführung

Zwei Erfindungen des zwanzigsten Jahrhunderts haben Medizin und Technik grundlegend verändert, und beide beruhen auf in Atomen.

Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte 1895 zufällig eine Strahlung, die Materie durchdringt. Er verzichtete bewusst auf ein Patent, damit sie allen zugutekommt, und erhielt 1901 den ersten Nobelpreis für Physik.

Der Laser dagegen war zunächst eine Lösung ohne Problem. Ein Mitarbeiter nannte ihn 1960 „eine Lösung, die nach einem Problem sucht". Heute steckt er in jedem Supermarktscanner, in Glasfasernetzen, in Operationssälen und in Fertigungsanlagen.

Das kannst du nach diesem Kapitel

  • die Entstehung von Röntgenstrahlung beschreiben.

  • Bremsspektrum und charakteristisches Spektrum unterscheiden.

  • die Grenzwellenlänge berechnen.

  • die stimulierte Emission erklären.

  • die Besetzungsinversion und ihre Notwendigkeit begründen.

  • die besonderen Eigenschaften des Laserlichts nennen.

Die Röntgenröhre

Elektronen treten aus einer Glühkathode aus, werden durch eine hohe UU (typisch 3030 bis 150 kV150\,\text{kV}) und treffen auf eine Anode aus schwerem Metall (meist Wolfram).

Dabei entsteht Röntgenstrahlung auf zwei verschiedene Weisen, und ihr Spektrum zeigt beides überlagert.

Abbremsen erzeugt die StrahlungKathode, geheiztElektronen, stark beschleunigtAnodeRöntgenstrahlungÜber 99 % der Energie werden Wärme, nicht Strahlung.Eine Röhre, die vor allem heizt

Drei Schritte: austreten, beschleunigen, abrupt abbremsen. Das Abbremsen ist der eigentliche Vorgang. Deshalb heißt der Hauptanteil der Strahlung Bremsstrahlung. Beachte den Nachsatz: Über 99 % der Elektronenenergie werden , und genau deshalb müssen Röntgenanoden gekühlt und gedreht werden.

1. Das Bremsspektrum (kontinuierlich)

Beim Abbremsen im Anodenmaterial geben die Elektronen als Strahlung ab. Da jedes Elektron unterschiedlich stark gebremst wird, entstehen alle Energien bis zu einem Maximum.

Das Maximum wird erreicht, wenn ein Elektron seine gesamte Energie in einem Schritt abgibt:

eU=hfmax⁡=hcλmin⁡e U = h f_{\max} = \frac{h c}{\lambda_{\min}} λmin⁡=hceU≈1240 nmU/V\boxed{\lambda_{\min} = \frac{h c}{e U} \approx \frac{1240\,\text{nm}}{U/\text{V}}}

🔴 Die Grenzwellenlänge hängt nur von der Beschleunigungsspannung ab, nicht vom Anodenmaterial. Genau das bestätigt die Quantenvorstellung: Ein Elektron kann nicht mehr Energie abgeben, als es hat.

Klassisch wäre eine solche scharfe Grenze unerklärlich.

2. Das charakteristische Spektrum (Linien)

Ein schnelles Elektron kann ein Elektron aus einer inneren Schale des Anodenatoms herausschlagen. Die entstandene Lücke wird sofort von einem Elektron aus einer höheren Schale gefüllt, und die Energiedifferenz wird als abgestrahlt:

hf=En−Emh f = E_n - E_m

Da die inneren Niveaus für jedes Element charakteristisch sind, ergeben sich scharfe Linien, die das Material verraten.

🔴 Das ist derselbe Vorgang wie bei den des vorigen Kapitels, nur mit den viel größeren Energiedifferenzen der inneren Schalen. Deshalb liegt die Strahlung im Röntgenbereich statt im Sichtbaren.

Anwendung: Die Röntgenfluoreszenzanalyse bestimmt daraus die Zusammensetzung von Materialien, zerstörungsfrei und in Sekunden.

Ein glatter Berg und zwei scharfe SpitzenIntensität über der Wellenlänge.K(β)K(α)kürzeste WellenlängeWellenlängeBerg: Abbremsen, die Grenze hängt an der Spannung.Spitzen: Sprünge in der Hülle. Sie hängen am Material.Zwei Entstehungswege in einem Diagramm

Zwei ganz verschiedene Vorgänge in einem Diagramm. Der glatte Berg stammt vom Abbremsen und beginnt scharf bei einer kürzesten . Dort ist die gesamte eines Elektrons in ein einziges geflossen, mehr ist nicht möglich. Diese Grenze verschiebt sich mit der . Die scharfen Spitzen dagegen stammen aus Sprüngen in der Atomhülle der Anode; sie sitzen immer an denselben Stellen, ganz gleich wie hoch die Spannung ist.

Eigenschaften und Anwendung

Röntgenstrahlung ist ionisierend, durchdringt Materie und wird dabei umso stärker geschwächt, je größer die Ordnungszahl und die sind. Deshalb erscheinen Knochen (Calcium) hell und Weichteile dunkel.

AnwendungGrundlage
Röntgenaufnahmeunterschiedliche Absorption
Computertomografieviele Aufnahmen aus allen Richtungen
Strahlentherapieionisierende Wirkung auf Tumorzellen
MaterialprüfungRisse in Schweißnähten sichtbar
Strukturanalyse am Kristallgitter

Die Röntgenstrukturanalyse klärte 1953 den Aufbau der DNA und bestimmt bis heute die Struktur von Proteinen und Viren. Möglich ist das, weil die im Bereich der Atomabstände liegt.

Der Laser: die drei Grundvorgänge

VorgangWas geschieht
Absorption wird aufgenommen, Elektron steigt auf
Spontane EmissionElektron fällt von selbst zurück, Photon in zufälliger Richtung
Stimulierte Emissionein vorbeikommendes Photon löst den Rücksprung aus

🔴 Die stimulierte Emission ist der Schlüssel. Das dabei entstehende Photon stimmt in Richtung, , Phase und Polarisation exakt mit dem auslösenden überein. Aus einem Photon werden zwei identische, aus zwei vier, und so fort: eine Lawine.

Einstein sagte diesen Vorgang bereits 1917 theoretisch voraus, vierzig Jahre bevor der erste Laser gebaut wurde.

Die Besetzungsinversion

Ein Problem: Normalerweise sind die unteren Niveaus stärker besetzt als die oberen. Ein einfallendes wird deshalb viel wahrscheinlicher absorbiert als dass es eine stimulierte Emission auslöst.

Damit der Lawineneffekt überwiegt, muss das obere Niveau stärker besetzt sein als das untere. Das heißt Besetzungsinversion und ist ein Zustand fern vom Gleichgewicht.

Wie man sie erreicht: durch Pumpen (Blitzlampe, elektrische Entladung, anderer Laser) und durch ein metastabiles Niveau, also einen Zustand mit ungewöhnlich langer Lebensdauer (Millisekunden statt Nanosekunden), in dem sich Elektronen ansammeln können.

🔴 Mit nur zwei Niveaus geht es nicht. Dann wären Anregung und stimulierte Emission gleich wahrscheinlich, und man käme höchstens auf Gleichbesetzung. Deshalb arbeiten Laser mit drei oder vier Niveaus.

Erst stauen, dann auslösenE₃ kurzlebigE₂ metastabilE₁ GrundzustandpumpenLaserlichtEin Photon wird zu zwei124alle in PhaseOhne das metastabile Niveau gäbe es keine Lawine.Alle Photonen im Gleichschritt

Das mittlere Niveau ist dick gezeichnet, weil alles daran hängt: Auf einem metastabilen Niveau bleiben die Elektronen lange genug, dass sich dort mehr ansammeln als im Grundzustand. Erst diese Besetzungsinversion macht die Lawine rechts möglich, ein löst ein zweites aus, die beiden lösen zwei weitere aus. Alle haben dieselbe Richtung, dieselbe und dieselbe Phase; genau das ist Laserlicht.

Der Aufbau

Das aktive Medium (Kristall, Gas, ) steht zwischen zwei Spiegeln, von denen einer teildurchlässig ist. Die laufen viele Male hin und her und lösen dabei immer neue stimulierte Emissionen aus. Ein kleiner Teil tritt durch den teildurchlässigen Spiegel aus und bildet den Laserstrahl.

Der Resonator sorgt zusätzlich dafür, dass nur mit passender Wellenlänge verstärkt werden.

Eigenschaften des Laserlichts

EigenschaftBedeutungAnwendung
monochromatischeine Spektroskopie, Interferometrie
feste PhasenbeziehungHolografie,
stark gebündeltkaum DivergenzEntfernungsmessung zum Mond
hohe Leistungsdichte auf kleiner FlächeSchneiden, Schweißen, Chirurgie

Ein Laserstrahl zum Mond (384 000 km384\,000\,\text{km}) weitet sich auf wenige Kilometer auf, was für Licht eine außerordentlich geringe Divergenz ist. Damit misst man die Entfernung Erde-Mond auf Zentimeter genau.

🔴 Gefährdung: Schon wenige Milliwatt können die Netzhaut dauerhaft schädigen, weil die Augenlinse das parallele Bündel auf einen winzigen Punkt fokussiert. Nie in einen Laserstrahl blicken, auch nicht in schwache.

Die Grenzwellenlänge berechnen

Eine Röntgenröhre arbeitet mit U=60 kVU = 60\,\text{kV}.

a) Wie groß ist die maximale Photonenenergie?

b) Wie groß ist die Grenzwellenlänge?

c) Was ändert sich bei 120 kV120\,\text{kV}?

d) Warum hängt die Grenzwellenlänge nicht vom Anodenmaterial ab, die Linien aber schon?

  1. 1

    a) Die größtmögliche Photonenenergie entspricht der gesamten Elektronenenergie:

    Emax⁡=eU=60 keVE_{\max} = e U = 60\,\text{keV}

    Das gilt, wenn ein Elektron seine gesamte in einem einzigen Schritt abgibt.

  2. 2

    b) λmin⁡=1240 eV⋅nm60 000 eV≈0,0207 nm=20,7 pm\lambda_{\min} = \frac{1240\,\text{eV}\cdot\text{nm}}{60\,000\,\text{eV}} \approx 0{,}0207\,\text{nm} = 20{,}7\,\text{pm}

    Zum Vergleich: Atomabstände liegen bei rund 100100 bis 500 pm500\,\text{pm}. Die ist also klein genug, um an Kristallgittern zu werden, worauf die Strukturanalyse beruht.

  3. 3

    c) Bei doppelter halbiert sich die Grenzwellenlänge:

    λmin⁡=1240120 000 nm≈0,0103 nm=10,3 pm\lambda_{\min} = \frac{1240}{120\,000}\,\text{nm} \approx 0{,}0103\,\text{nm} = 10{,}3\,\text{pm}

    Die Strahlung wird also härter, also energiereicher und durchdringender.

    Praktische Bedeutung: In der Medizin wählt man die Spannung nach der Aufgabe. Für eine Lungenaufnahme nimmt man hohe Spannung (durchdringend, geringe Dosis), für Mammografie niedrige (rund 30 kV30\,\text{kV}, besserer Weichteilkontrast).

  4. 4

    d) Die Grenzwellenlänge folgt aus einer reinen Energiebilanz.

    Ein Elektron bringt genau die Energie eUeU mit. Mehr kann es nicht abgeben, gleich in welches Material es fliegt. Die Grenze ist deshalb allein durch die Spannung bestimmt.

    λmin⁡=hceU\lambda_{\min} = \frac{hc}{eU}

    🔴 Das ist zugleich ein starkes Argument für die Quantenvorstellung. Klassisch wäre eine scharfe Grenze unerklärlich: Eine Welle könnte beliebige enthalten. Erst wenn die Energie in Portionen hfhf abgegeben wird, folgt zwingend eine obere Frequenzgrenze.

    Man kann aus der gemessenen Grenzwellenlänge sogar hh bestimmen, ähnlich wie beim Photoeffekt.

    Die charakteristischen Linien dagegen stammen aus Übergängen zwischen inneren Schalen des Anodenatoms. Ihre Energiedifferenzen sind für jedes Element verschieden, weil die Kernladung verschieden ist.

    Anodetypische Linie
    Kupfer8,0 keV8{,}0\,\text{keV}
    Molybdän17,5 keV17{,}5\,\text{keV}
    Wolfram59,3 keV59{,}3\,\text{keV}

    Zwei Größen, zwei Ursachen: Das Bremsspektrum sagt etwas über die Röhre (Spannung), die Linien über das Material (Anode). Beide liegen im selben Spektrum übereinander.

    Praktische Folge: In der Mammografie nutzt man gezielt die Molybdänlinien, weil ihre Energie für Weichteilkontrast besonders günstig ist. In der Strukturanalyse verwendet man Kupferanoden, weil ihre Linie zur gewünschten Wellenlänge passt.

a) 60 keV60\,\text{keV} b) 20,7 pm20{,}7\,\text{pm} c) halbiert auf 10,3 pm10{,}3\,\text{pm}, Strahlung wird härter d) Grenze aus Energiebilanz, Linien aus den Niveaus der Anode.

Warum ein Laser Besetzungsinversion braucht

Erkläre die drei Grundvorgänge zwischen Licht und Atomen, begründe, warum ein Laser eine Besetzungsinversion braucht, und warum diese mit zwei Niveaus unmöglich ist.

  1. 1

    Die drei Grundvorgänge.

    1. Absorption. Ein passender trifft ein Atom im unteren Zustand. Es wird aufgenommen, das Elektron steigt auf ein höheres Niveau. Das Photon ist weg.

    2. Spontane Emission. Ein angeregtes Atom fällt nach kurzer Zeit (typisch 10−8 s10^{-8}\,\text{s}) von selbst zurück und sendet ein Photon aus, in zufälliger Richtung und mit zufälliger Phase. So leuchten Glühlampen und Leuchtstoffröhren.

    3. Stimulierte Emission. Ein Photon passender Energie kommt an einem bereits angeregten Atom vorbei und löst dessen Rücksprung aus. Danach fliegen zwei Photonen weiter, die in Richtung, , Phase und Polarisation exakt übereinstimmen.

    🔴 Einstein sagte den dritten Vorgang 1917 theoretisch voraus; ohne ihn wären die Strahlungsgesetze nicht widerspruchsfrei. Der erste Laser wurde erst 1960 gebaut.

  2. 2

    Warum die stimulierte Emission zur Lawine führt.

    Aus einem Photon werden zwei identische, aus zwei vier, aus vier acht. Alle laufen in derselben Richtung mit derselben Phase.

    Genau daraus entsteht das, was Laserlicht ausmacht: ein kohärentes, monochromatisches, gebündeltes Bündel.

    Der Name sagt es: Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation.

  3. 3

    Das Problem: Absorption konkurriert.

    Ein einfallendes Photon kann zweierlei tun:

    • ein Atom im unteren Zustand anregen (Absorption, Photon verschwindet),
    • ein Atom im oberen Zustand zum Rücksprung bringen (stimulierte Emission, Photon verdoppelt sich).

    Beide Vorgänge sind gleich wahrscheinlich (das folgt aus Einsteins Rechnung). Entscheidend ist deshalb allein, wie viele Atome sich in welchem Zustand befinden.

    Im thermischen Gleichgewicht ist das untere Niveau immer stärker besetzt als das obere, und zwar deutlich. Absorption überwiegt also, und das Licht wird geschwächt statt verstärkt.

    Damit Verstärkung eintritt, muss das obere Niveau stärker besetzt sein als das untere. Das nennt man Besetzungsinversion, weil es die normale Verteilung umkehrt.

  4. 4

    Warum zwei Niveaus nicht genügen.

    Angenommen, man hat nur zwei Niveaus und pumpt mit Licht der passenden Energie.

    Dieses Pumplicht bewirkt beides gleichzeitig: Es hebt Atome nach oben (Absorption) und holt sie wieder herunter (stimulierte Emission), mit gleicher Wahrscheinlichkeit.

    Je mehr Atome oben sind, desto mehr werden heruntergeholt. Das System nähert sich der Gleichbesetzung und überschreitet sie nie. Eine Inversion ist prinzipiell unmöglich.

    🔴 Die Lösung: drei oder vier Niveaus.

    Dreiniveau-System (Rubinlaser):

    1. Pumpen hebt Atome von E1E_1 auf ein hohes, kurzlebiges Niveau E3E_3.
    2. Von dort fallen sie sehr schnell und strahlungslos auf ein metastabiles Niveau E2E_2.
    3. E2E_2 hat eine ungewöhnlich lange Lebensdauer (Millisekunden statt Nanosekunden), sodass sich dort Atome ansammeln.
    4. Zwischen E2E_2 und E1E_1 entsteht dadurch die Inversion, und der Laserübergang findet statt.

    Der Trick besteht darin, dass Pumpübergang und Laserübergang verschieden sind. Das Pumplicht kann den Laserübergang deshalb nicht rückgängig machen.

    Vierniveau-Systeme sind noch günstiger, weil dort auch das untere Laserniveau schnell geleert wird und schon bei geringer Pumpleistung Inversion herrscht. Die meisten technischen Laser arbeiten so.

    Die Rolle des metastabilen Niveaus ist entscheidend: Ohne es fielen die Atome zu schnell zurück, und es könnte sich nie genug ansammeln. Es ist gewissermaßen das Wartezimmer, in dem sich der Vorrat bildet.

Absorption und stimulierte Emission sind gleich wahrscheinlich, deshalb entscheidet die Besetzung. Im Gleichgewicht überwiegt Absorption; nötig ist eine Inversion, die mit zwei Niveaus unmöglich ist und ein metastabiles drittes Niveau erfordert.

Typischer Fehler

„Laserlicht ist einfach besonders helles Licht."

Nicht die Helligkeit macht den Laser besonders, sondern die Ordnung seines Lichts. Ein Laserpointer hat mit wenigen Milliwatt weniger als eine schwache Glühlampe.

Vier Eigenschaften unterscheiden Laserlicht von gewöhnlichem Licht:

1. Monochromatisch. Praktisch nur eine , weil alle aus demselben Übergang stammen. Eine Glühlampe strahlt über das ganze Spektrum.

2. . Alle Photonen schwingen im Gleichtakt, weil die stimulierte Emission die Phase überträgt. Bei gewöhnlichem Licht senden Milliarden Atome unabhängig voneinander kurze Wellenzüge aus.

3. Stark gebündelt. Der Strahl weitet sich kaum auf, weil der Resonator nur die exakt achsenparallelen Photonen verstärkt. Eine Glühlampe strahlt in alle Richtungen.

4. Hohe Leistungsdichte. Weil die geringe Leistung auf eine winzige Fläche und einen engen Wellenlängenbereich konzentriert ist.

Warum das den Unterschied ausmacht: Eine 6060-Watt-Glühlampe hat die tausendfache Leistung eines Laserpointers, kann aber weder Metall schneiden noch die Entfernung zum Mond messen. Sie verteilt ihre Leistung über alle Richtungen und alle Wellenlängen.

Ein Vergleich: Der Unterschied ist wie zwischen einer schreienden Menschenmenge und einem Chor. Die Menge ist lauter, der Chor ist geordnet, und nur mit dem Chor kann man ein Stück aufführen.

🔴 Genau deshalb sind schon schwache Laser für das Auge gefährlich. Die Augenlinse bündelt das parallele Strahlenbündel auf einen Punkt von wenigen Mikrometern auf der Netzhaut. Dort entstehen aus einem Milliwatt Leistungsdichten, die Gewebe zerstören, und zwar schneller als der Lidschlussreflex.

Bei einer Glühlampe verteilt sich das Bild über eine große Netzhautfläche und ist ungefährlich.

Praktische Regel: Nie in einen Laserstrahl blicken, auch nicht in scheinbar harmlose Laserpointer, und nie einen Strahl auf Menschen oder Fahrzeuge richten.

Übung 1

leicht

a) Wie groß ist die Grenzwellenlänge bei U=40 kVU = 40\,\text{kV}?

b) Woraus besteht das Röntgenspektrum einer Röhre?

c) Was ist stimulierte Emission?

Tipp anzeigen

a) λmin⁡≈1240 nmU/V\lambda_{\min} \approx \frac{1240\,\text{nm}}{U/\text{V}}.

Lösung anzeigen

a) λmin⁡≈1240 nm40 000=0,031 nm=31 pm\lambda_{\min} \approx \frac{1240\,\text{nm}}{40\,000} = 0{,}031\,\text{nm} = 31\,\text{pm}

b) Aus zwei überlagerten Anteilen:

  • dem Bremsspektrum, kontinuierlich, mit einer scharfen Grenzwellenlänge, die nur von der Beschleunigungsspannung abhängt,
  • dem charakteristischen Spektrum, einzelne scharfe Linien aus Übergängen in inneren Schalen des Anodenmaterials.

c) Ein passender trifft auf ein bereits angeregtes Atom und löst dessen Rücksprung aus.

Danach fliegen zwei Photonen weiter, die in Richtung, , Phase und Polarisation exakt übereinstimmen. Daraus entsteht die Lawine, auf der der Laser beruht.

Detaillierte Schritterklärung anzeigen

Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.

Erklärungstiefe

✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.

  1. 1

    Gegeben und Gesucht bei Röntgenröhre und Laser

    a) gibt eine Beschleunigungsspannung von U=40 kVU = 40\,\text{kV}; gesucht ist die Grenzwellenlänge. b) fragt nach dem Aufbau des Röntgenspektrums, c) nach der stimulierten Emission.

  2. 2

    Die Grenzwellenlänge des Bremsspektrums

    Ein Elektron kann höchstens seine gesamte kinetische Energie eUeU in ein einziges Photon stecken. Daraus folgt hfmax⁡=eUhf_{\max} = eU und damit λmin⁡=hceU≈1240 nmU/V\lambda_{\min} = \frac{hc}{eU} \approx \frac{1240\,\text{nm}}{U/\text{V}}.

  3. 3

    a) Die Grenzwellenlänge bei 40 kV

    Die Spannung zuerst in Volt umschreiben (40 kV=40 000 V40\,\text{kV} = 40\,000\,\text{V}) und erst dann 12401240 durch diese Zahl teilen: die Formel ist auf Volt zugeschnitten.

    λmin⁡≈1240 nm40 000=0,031 nm\lambda_{\min} \approx \frac{1240\,\text{nm}}{40\,000} = 0{,}031\,\text{nm}

    Zwischenergebnis

    λmin⁡≈31 pm\lambda_{\min} \approx 31\,\text{pm}

  4. 4

    b) und c) Ergebnis deuten: Spektrum und stimulierte Emission

    b) Das Röntgenspektrum besteht aus zwei überlagerten Anteilen: dem kontinuierlichen Bremsspektrum mit der scharfen Grenzwellenlänge und dem charakteristischen Spektrum aus einzelnen Linien des Anodenmaterials. c) Bei der stimulierten Emission trifft ein Photon passender Energie auf ein bereits angeregtes Atom und löst dessen Rücksprung aus.

Übung 2

mittel

a) Warum erscheinen Knochen auf Röntgenbildern hell?

b) Warum braucht ein Laser mindestens drei Niveaus?

c) Wozu dienen die Spiegel im Laser?

d) Warum sind schon schwache Laser für das Auge gefährlich?

Tipp anzeigen

a) Wovon hängt die Absorption ab?

Lösung anzeigen

a) Weil die Absorption von Röntgenstrahlung stark mit der Ordnungszahl und der wächst.

Knochen enthalten viel Calcium (Z=20Z = 20), Weichteile bestehen überwiegend aus Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff (Z=1Z = 1 bis 88).

Knochen absorbieren deshalb erheblich stärker, es kommt weniger Strahlung durch, und auf dem Film oder Detektor bleiben diese Stellen hell (weniger Schwärzung).

🔴 Aus demselben Grund verwendet man Blei zur Abschirmung (Z=82Z = 82) und Kontrastmittel mit Barium (Z=56Z = 56) oder Iod (Z=53Z = 53), um Weichteile wie den Verdauungstrakt oder Blutgefäße sichtbar zu machen.

b) Weil mit zwei Niveaus keine Besetzungsinversion möglich ist.

Absorption und stimulierte Emission sind gleich wahrscheinlich. Pumpt man ein Zweiniveau-System, so hebt das Pumplicht Atome nach oben und holt sie mit derselben Wahrscheinlichkeit wieder herunter. Das System nähert sich der Gleichbesetzung und überschreitet sie nie.

Ohne Inversion überwiegt aber die Absorption, und das Licht wird geschwächt statt verstärkt.

Bei drei Niveaus sind Pumpübergang und Laserübergang verschieden. Man pumpt von E1E_1 nach E3E_3, von dort fallen die Atome schnell und strahlungslos auf ein metastabiles Niveau E2E_2 mit langer Lebensdauer. Dort sammeln sie sich an, und zwischen E2E_2 und E1E_1 entsteht die Inversion.

Das Pumplicht kann den Laserübergang nicht rückgängig machen, weil es eine andere hat.

c) Sie bilden einen optischen Resonator und erfüllen drei Aufgaben:

1. Verstärkung durch Mehrfachdurchlauf. Die laufen viele Male durch das aktive Medium hin und her und lösen dabei jeweils neue stimulierte Emissionen aus. Ohne Spiegel wäre der einmalige Durchgang viel zu kurz für eine wirksame Verstärkung.

2. Richtungsauswahl. Nur Photonen, die nahezu parallel zur Achse laufen, bleiben zwischen den Spiegeln. Alle anderen verlassen das Medium nach wenigen Zentimetern. Daraus entsteht die außerordentliche Bündelung.

3. Wellenlängenauswahl. Zwischen den Spiegeln bilden sich stehende , sodass nur bestimmte Wellenlängen verstärkt werden. Das verbessert die Monochromasie.

Ein Spiegel ist teildurchlässig (typisch 11 bis 5 %5\,\%); dort tritt der Laserstrahl aus.

d) Weil die Augenlinse das parallele Bündel auf einen winzigen Punkt der Netzhaut fokussiert.

Ein Laserstrahl von wenigen Millimetern Durchmesser wird auf einen Fleck von etwa 10 µm10\,\text{µm} zusammengezogen. Die Fläche verkleinert sich dabei um rund den Faktor 100 000100\,000, und entsprechend steigt die Leistungsdichte.

Zahlenbeispiel: Ein Laserpointer mit 1 mW1\,\text{mW} erzeugt auf der Netzhaut Leistungsdichten von einigen hundert Watt je Quadratzentimeter. Das genügt, um Gewebe zu koagulieren.

Der Lidschlussreflex kommt zu spät. Er dauert rund 0,25 s0{,}25\,\text{s}; eine Schädigung kann in wenigen Millisekunden eintreten.

🔴 Bei einer Glühlampe ist es anders: Ihr Licht kommt aus allen Richtungen und wird über eine große Netzhautfläche verteilt. Trotz tausendfach höherer entsteht keine gefährliche Leistungsdichte.

Praktische Regeln: Nie in einen Strahl blicken, auch nicht in an glänzenden Flächen. Laserpointer nie auf Personen, Fahrzeuge oder Flugzeuge richten; das ist strafbar und hat wiederholt zu schweren Augenschäden bei Pilotinnen und Piloten geführt.

Besonders tückisch sind infrarote Laser: Sie sind unsichtbar, lösen deshalb keinen Lidschlussreflex aus und sind bei gleicher Leistung gefährlicher.

Detaillierte Schritterklärung anzeigen

Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.

Erklärungstiefe

✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.

  1. 1

    Gegeben und Gesucht, vier Anwendungsfragen

    Diese Aufgabe rechnet nicht: Sie fragt nach dem Kontrast im Röntgenbild, nach der Mindestzahl der Laserniveaus, nach der Aufgabe der Spiegel und nach der Augengefährdung.

  2. 2

    a) Warum Knochen hell erscheinen

    Weil die Absorption von Röntgenstrahlung stark mit der Ordnungszahl und der Dichte wächst. Knochen enthalten viel Calcium (Z=20Z = 20), Weichteile bestehen überwiegend aus Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff (Z=1Z = 1 bis 88): Knochen absorbieren deshalb erheblich stärker, es kommt weniger Strahlung durch, und diese Stellen bleiben hell.

  3. 3

    b) Warum zwei Niveaus für einen Laser nicht genügen

    Weil mit zwei Niveaus keine Besetzungsinversion möglich ist: Absorption und stimulierte Emission sind gleich wahrscheinlich, das Pumplicht hebt Atome hinauf und holt sie mit derselben Wahrscheinlichkeit zurück. Das System nähert sich der Gleichbesetzung und überschreitet sie nie, ohne Inversion überwiegt aber die Absorption, und Licht wird geschwächt statt verstärkt.

  4. 4

    c) Die drei Aufgaben der Spiegel

    Sie bilden einen optischen Resonator: 1. Verstärkung durch Mehrfachdurchlauf, die Photonen laufen viele Male durch das aktive Medium und lösen jeweils neue stimulierte Emissionen aus. 2. Richtungsauswahl, nur Photonen nahezu parallel zur Achse bleiben zwischen den Spiegeln. 3. Wellenlängenauswahl, zwischen den Spiegeln bilden sich stehende Wellen.

  5. 5

    d) Ergebnis deuten: warum schon 1 mW das Auge schädigt

    Weil die Augenlinse das parallele Bündel auf einen winzigen Punkt der Netzhaut fokussiert: Aus wenigen Millimetern Strahldurchmesser wird ein Fleck von etwa 10 µm10\,\text{µm}, die Fläche verkleinert sich um rund den Faktor 100 000100\,000, und entsprechend steigt die Leistungsdichte.

Übung 3

schwer

a) Leite die Grenzwellenlänge her und erkläre, warum sie ein Argument für die Quantenphysik ist.

b) Warum ist das charakteristische Spektrum materialabhängig, das Bremsspektrum aber nicht?

c) Erkläre die Rolle des metastabilen Niveaus im Laser.

d) Nenne vier Eigenschaften des Laserlichts mit je einer Anwendung und begründe, woher jede Eigenschaft kommt.

Tipp anzeigen

a) Was ist die größtmögliche Energieabgabe eines Elektrons?

Lösung anzeigen

a) Herleitung. Ein Elektron, das die UU durchlaufen hat, besitzt die kinetische

Ekin=eUE_{\text{kin}} = e U

Beim Abbremsen kann es höchstens diese gesamte Energie in einem einzigen abgeben. Mehr hat es nicht:

hfmax⁡=eU⟹hcλmin⁡=eUh f_{\max} = e U \quad \Longrightarrow \quad \frac{hc}{\lambda_{\min}} = eU λmin⁡=hceU≈1240 nmU/V\lambda_{\min} = \frac{hc}{eU} \approx \frac{1240\,\text{nm}}{U/\text{V}}

Warum das ein Argument für die Quantenphysik ist.

Klassisch wäre eine scharfe obere Grenze der unerklärlich. Eine abgestrahlte könnte beliebige Frequenzanteile enthalten, und man erwartete ein Spektrum ohne scharfe Kante.

Beobachtet wird aber eine sehr scharfe Grenze, und sie liegt genau dort, wo die Energiebilanz hf=eUhf = eU es verlangt.

🔴 Das ist nur erklärbar, wenn Strahlung in Portionen hfhf abgegeben wird. Ein Elektron kann nicht mehr Energie in ein Photon stecken, als es besitzt.

Man kann aus einer Messung der Grenzwellenlänge sogar hh bestimmen:

h=eUλmin⁡ch = \frac{e U \lambda_{\min}}{c}

Das ist ein von Photoeffekt und Compton-Effekt völlig unabhängiger Zugang zur selben Naturkonstante, und alle drei liefern denselben Wert. Genau solche Übereinstimmungen machen eine Theorie glaubwürdig.

b) Bremsspektrum: reine Energiebilanz. Die Grenze wird dadurch bestimmt, wie viel Energie ein Elektron mitbringt, und das hängt nur von UU ab. Womit es abgebremst wird, ist für die Obergrenze gleichgültig.

(Die Intensität des Bremsspektrums hängt sehr wohl vom Material ab, denn schwere Kerne bremsen wirksamer. Deshalb nimmt man Wolfram. Die Lage der Grenze ändert das aber nicht.)

Charakteristisches Spektrum: Eigenschaft der Anodenatome. Hier schlägt ein Elektron ein Elektron aus einer inneren Schale heraus, und die Lücke wird von oben aufgefüllt. Die abgestrahlte Energie ist die Differenz zweier innerer .

Diese Niveaus hängen von der Kernladungszahl ab und sind deshalb für jedes Element verschieden:

Anodetypische Linienenergie
Kupfer (Z=29Z=29)8,0 keV8{,}0\,\text{keV}
Molybdän (Z=42Z=42)17,5 keV17{,}5\,\text{keV}
Wolfram (Z=74Z=74)59,3 keV59{,}3\,\text{keV}

🔴 Daraus folgt eine Analysemethode: Bestrahlt man eine unbekannte Probe mit Röntgenstrahlung, sendet sie ihre charakteristischen Linien aus und verrät damit ihre Zusammensetzung (Röntgenfluoreszenzanalyse). Das Verfahren ist zerstörungsfrei, schnell und wird in Materialprüfung, Archäologie und Recycling eingesetzt.

Historisch war es zudem entscheidend: Moseley fand 1913 den systematischen Zusammenhang zwischen Linienenergie und Kernladungszahl und ordnete damit das Periodensystem erstmals nach ZZ statt nach Atommasse.

c) Das Problem, das es löst. Für eine Besetzungsinversion müssen sich Atome im oberen Laserniveau ansammeln. Ein gewöhnliches angeregtes Niveau lebt aber nur rund 10−8 s10^{-8}\,\text{s}; die Atome fallen also fast sofort wieder zurück, bevor sich ein Vorrat bilden kann.

Was ein metastabiles Niveau ausmacht. Sein Zerfall ist quantenmechanisch stark unterdrückt (der direkte Übergang ist „verboten"). Deshalb lebt es typisch 10−3 s10^{-3}\,\text{s}, also hunderttausendmal länger.

Die Folge: Atome, die durch das Pumpen dorthin gelangen, bleiben lange genug, dass sich ihre Zahl aufbaut. Erst dadurch kann das obere Niveau stärker besetzt werden als das untere.

Der Ablauf im Dreiniveau-Laser:

  1. Pumpen hebt Atome von E1E_1 auf E3E_3 (kurzlebig).
  2. Von E3E_3 fallen sie sehr schnell und strahlungslos auf E2E_2 (metastabil).
  3. In E2E_2 sammeln sie sich an; die Inversion gegenüber E1E_1 entsteht.
  4. Ein erstes spontan ausgesandtes Photon löst die Lawine aus.

🔴 Zwei Eigenschaften müssen zusammenkommen: Der Weg hinein muss schnell sein, der Weg hinaus langsam. Nur dann füllt sich das Niveau.

Zusatznutzen: Das metastabile Niveau macht den gepulsten Betrieb möglich. Man sammelt Energie über Millisekunden an und gibt sie dann in Nanosekunden ab, was enorme Spitzenleistungen ergibt. Dasselbe Prinzip wie beim Blitzkondensator, nur mit Atomen.

d) Vier Eigenschaften, ihre Ursache und ihre Anwendung:

1. Monochromatisch (eine Wellenlänge)

Ursache: Alle Photonen stammen aus demselben Energieübergang, und der Resonator verstärkt nur passende Wellenlängen.

Anwendung: Spektroskopie, Interferometrie, optische Frequenznormale, Glasfaserübertragung (verschiedene Wellenlängen tragen verschiedene Kanäle).

2. (feste Phasenbeziehung)

Ursache: Die stimulierte Emission überträgt die Phase des auslösenden Photons auf das neue.

Anwendung: Holografie, Interferometrie (Längenmessung auf Bruchteile einer Wellenlänge), Gravitationswellendetektoren wie LIGO.

3. Stark gebündelt (geringe Divergenz)

Ursache: Der Resonator verstärkt nur Photonen, die nahezu parallel zur Achse laufen; alle anderen verlassen das Medium.

Anwendung: Entfernungsmessung zum Mond (Aufweitung auf nur wenige Kilometer über 384 000 km384\,000\,\text{km}), Vermessung, Nivelliergeräte, Zielführung.

4. Hohe Leistungsdichte

Ursache: Die Bündelung konzentriert die auf eine winzige Fläche, und die Monochromasie auf einen engen Wellenlängenbereich.

Anwendung: Schneiden und Schweißen von Metall, Augenchirurgie (LASIK), Materialbearbeitung, Laserfusion.

🔴 Wichtig für das Verständnis: Nicht die Leistung macht den Laser besonders, sondern ihre Konzentration in Richtung, Wellenlänge und Phase. Ein Laserpointer mit 1 mW1\,\text{mW} leistet weniger als eine Nachtlampe, kann aber über Kilometer sichtbar sein und das Auge schädigen.

Historische Fußnote: Als Theodore Maiman 1960 den ersten Laser baute, gab es keine Anwendung dafür. Man nannte ihn „eine Lösung, die nach einem Problem sucht". Heute ist er aus Medizin, Fertigung, Datenübertragung und Messtechnik nicht mehr wegzudenken, ein weiteres Beispiel dafür, dass sich der Nutzen von Grundlagenforschung selten vorhersagen lässt.

Detaillierte Schritterklärung anzeigen

Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.

Erklärungstiefe

✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.

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    Gegeben und Gesucht: Herleitung, Materialfrage und vier Lasereigenschaften

    Diese Aufgabe verlangt Herleitung und Begründung statt Zahlen: die Grenzwellenlänge und ihr quantenphysikalisches Argument, den Unterschied zwischen Brems- und charakteristischem Spektrum, die Rolle des metastabilen Niveaus und vier Eigenschaften des Laserlichts mit Ursache und Anwendung.

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    a) Die Grenzwellenlänge herleiten

    Ein Elektron, das die Spannung UU durchlaufen hat, besitzt Ekin=eUE_{\text{kin}} = eU. Beim Abbremsen kann es höchstens diese gesamte Energie in ein einziges Photon stecken: hfmax⁡=eUhf_{\max} = eU, also hcλmin⁡=eU\frac{hc}{\lambda_{\min}} = eU und damit λmin⁡=hceU≈1240 nmU/V\lambda_{\min} = \frac{hc}{eU} \approx \frac{1240\,\text{nm}}{U/\text{V}}.

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    b) Warum nur das charakteristische Spektrum materialabhängig ist

    Bremsspektrum: reine Energiebilanz. Die Grenze bestimmt, wie viel Energie ein Elektron mitbringt, und das hängt nur von UU ab. Charakteristisches Spektrum: Eigenschaft der Anodenatome. Hier wird ein Elektron aus einer inneren Schale herausgeschlagen und die Lücke von oben aufgefüllt, die Energie ist die Differenz zweier innerer Niveaus, die von der Kernladungszahl abhängen.

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    c) Die Rolle des metastabilen Niveaus

    Das Problem: Für eine Inversion müssen sich Atome im oberen Laserniveau ansammeln, ein gewöhnliches angeregtes Niveau lebt aber nur rund 10−8 s10^{-8}\,\text{s}. Ein metastabiles Niveau lebt typisch 10−3 s10^{-3}\,\text{s}, also hunderttausendmal länger, weil sein Zerfall quantenmechanisch stark unterdrückt ist. Nur so baut sich ein Vorrat auf.

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    d) Ergebnis deuten: vier Eigenschaften des Laserlichts

    1. Monochromatisch, alle Photonen stammen aus demselben Übergang; Anwendung: Spektroskopie, Glasfaserübertragung. 2. Kohärent, die stimulierte Emission überträgt die Phase; Anwendung: Holografie, LIGO. 3. Stark gebündelt, der Resonator wählt achsenparallele Photonen aus; Anwendung: Entfernungsmessung zum Mond. 4. Hohe Leistungsdichte, aus Bündelung und Monochromasie; Anwendung: Schneiden, LASIK.

Zusammenfassung

In einer Röntgenröhre treffen Elektronen auf eine schwere Anode und erzeugen dabei zwei überlagerte Spektren. Das kontinuierliche Bremsspektrum entsteht beim Abbremsen und besitzt eine scharfe Grenzwellenlänge, die allein von der Beschleunigungsspannung abhängt und nur durch die Quantelung der Strahlung erklärbar ist. Das charakteristische stammt dagegen aus Übergängen zwischen inneren Schalen der Anodenatome und verrät deshalb das Material. Der Laser beruht auf der stimulierten Emission, bei der ein den Rücksprung eines angeregten Atoms auslöst und dabei ein in Richtung, , Phase und Polarisation identisches Photon erzeugt. Da Absorption und stimulierte Emission gleich wahrscheinlich sind, ist dafür eine Besetzungsinversion nötig, die mit zwei Niveaus unmöglich ist und ein metastabiles Niveau als Sammelort erfordert; daraus entsteht Licht, dessen Besonderheit nicht in seiner liegt, sondern in seiner Ordnung.