Elektrizitätslehre
Das elektrische Feld und die Feldstärke
Warum Ladungen einander ohne Berührung beeinflussen, was ein Feld wirklich ist und wie man seine Stärke misst.
Benötigte Grundlagen
Dieses Vorwissen brauchst du für das Kapitel. Schau kurz nach, wenn dir etwas davon nicht mehr präsent ist, sonst leg direkt los.
Einführung
Zwei geladene Kugeln stoßen einander ab, ohne sich zu berühren. Zwischen ihnen ist nichts, und trotzdem wirkt eine .
Newton selbst nannte eine solche Fernwirkung „absurd" und wollte sie nicht glauben. Die Lösung fand Michael Faraday: Nicht die eine wirkt auf die andere, sondern jede Ladung verändert den Raum um sich herum. Diese Veränderung heißt Feld, und die zweite Ladung reagiert nur auf das, was unmittelbar an ihrem Ort ist.
Dieser Gedanke war eine der folgenreichsten Ideen der Physik. Er führt geradewegs zu Funk, Licht und Relativitätstheorie.
Das kannst du nach diesem Kapitel
das als Zustand des Raumes um beschreiben.
Feldlinienbilder zeichnen und interpretieren.
die elektrische Feldstärke definieren und ihre Richtung angeben.
homogene und inhomogene Felder unterscheiden.
die Feldstärke im aus und berechnen.
das Coulombgesetz anwenden und mit dem vergleichen.
Die Kraft zwischen zwei Ladungen
Zwischen zwei punktförmigen und im Abstand wirkt die Coulombkraft:
mit der elektrischen Feldkonstante
Gleichnamige Ladungen stoßen sich ab, ungleichnamige ziehen sich an.
🔴 Vergleiche mit dem : Beide haben denselben Bau, beide fallen mit . Zwei Unterschiede sind entscheidend:
- Die Gravitation kennt nur Anziehung, die elektrische beides.
- Die elektrische Kraft ist unvorstellbar viel stärker. Zwischen Proton und Elektron im Wasserstoffatom ist sie rund -mal größer als die Gravitation.
Warum spüren wir dann im Alltag die Gravitation und nicht die elektrische Kraft? Weil sich positive und negative Ladungen fast überall ausgleichen. dagegen lässt sich nicht kompensieren, und deshalb setzt sie sich über große Entfernungen durch.
Vergleiche den Bau der Formel mit dem : zwei Größen im Zähler, das Quadrat des Abstands im Nenner. Der eine Unterschied ist folgenreich, diese kann auch abstoßen.
Der Feldbegriff
Die Formel beschreibt die , erklärt aber nicht, wie sie übertragen wird. Faradays Antwort:
Jede verändert den Raum in ihrer Umgebung. Diese Veränderung heißt . Eine zweite Ladung erfährt eine Kraft, weil sie sich in diesem Feld befindet.
Das Feld ist also kein Rechentrick, sondern ein eigenständiger physikalischer Gegenstand. Zwei Argumente dafür:
- Es hat . Ein geladener speichert Energie, und die steckt im Feld zwischen den Platten.
- Es braucht Zeit. Verschiebt man eine Ladung, ändert sich das Feld in großer Entfernung nicht sofort, sondern die Änderung breitet sich mit Lichtgeschwindigkeit aus. Genau das sind elektromagnetische .
Die elektrische Feldstärke
Um das Feld zu messen, bringt man eine kleine Probeladung hinein und misst die :
🔴 Warum durch geteilt wird: Die gemessene Kraft hängt von der Probeladung ab, das Feld selbst aber nicht. Erst der Quotient beschreibt eine Eigenschaft des Ortes statt der Probeladung. Genau deshalb ist die sinnvolle Größe.
Die Probeladung muss so klein sein, dass sie das zu messende Feld nicht selbst merklich verändert.
Richtung: zeigt in die Richtung der Kraft auf eine positive Probeladung. Auf eine negative wirkt die Kraft dann entgegengesetzt.
Feldlinien
Feldlinien machen das Feld anschaulich. Es gelten vier Regeln:
- Sie beginnen an positiven und enden an negativen .
- Die Tangente an eine Feldlinie gibt die Richtung von an.
- Die der Linien entspricht dem Betrag von : eng bedeutet stark.
- Feldlinien schneiden sich nie, denn an jedem Ort hat das Feld genau eine Richtung.
Typische Bilder:
- Einzelne Punktladung: Linien laufen radial nach außen (positiv) oder innen (negativ). Das Feld nimmt mit ab.
- Zwei ungleiche Ladungen (Dipol): Linien verlaufen gebogen von plus nach minus.
- Zwei gleiche Ladungen: Linien weichen einander aus, dazwischen liegt ein feldfreier Punkt.
- : im Inneren parallele, gleich dichte Linien.
Drei Feldbilder mit Richtungspfeilen; sie gelten für eine kleine positive Probeladung. Zwei Regeln kannst du daran ablesen: Wo die Linien dichter liegen, ist das Feld stärker, und sie schneiden sich nie, sonst wäre die Feldrichtung an dieser Stelle nicht eindeutig.
Homogenes und inhomogenes Feld
Ein Feld heißt homogen, wenn überall denselben Betrag und dieselbe Richtung hat. Das ist im Inneren eines näherungsweise erfüllt, außer an den Rändern.
Alle anderen Felder sind inhomogen, insbesondere das Feld einer Punktladung.
Für den Plattenkondensator gilt:
wobei die zwischen den Platten und ihr Abstand ist. Die Einheit wird damit unmittelbar verständlich.
Für eine Punktladung folgt aus und dem Coulombgesetz:
Zwischen den Platten laufen die Linien parallel und in gleichem Abstand: gleiche Stärke an jeder Stelle. Nur dort gilt die einfache Beziehung . Am Rand wölben sich die Linien nach außen, dort ist das Feld nicht mehr homogen.
Leiter im elektrischen Feld
Bringt man einen Leiter in ein Feld, verschieben sich seine freien Elektronen so lange, bis das von ihnen erzeugte Feld das äußere im Inneren genau aufhebt (Influenz).
Daraus folgt:
- Im Inneren eines Leiters ist .
- Feldlinien stehen außen senkrecht auf der Leiteroberfläche.
Das ist das Prinzip des faradayschen Käfigs: Im Auto oder Flugzeug ist man bei Blitzschlag geschützt, und empfindliche Geräte werden durch metallische Gehäuse abgeschirmt.
🔴 Beachte den Unterschied zur : lassen sich abschirmen, Gravitationsfelder nicht. Das liegt daran, dass es zwei Ladungsvorzeichen gibt, aber nur eine Sorte .
Im Metall ist keine einzige Feldlinie eingezeichnet, und das ist kein Weglassen: Die verschobenen Elektronen wandern so lange, bis ihr eigenes Feld das äußere im Inneren genau aufhebt. Genau darauf beruht der faradaysche Käfig, zum Beispiel die Karosserie eines Autos.
Feldstärke berechnen
a) Ein hat Plattenabstand und liegt an . Wie groß ist ?
b) Welche wirkt dort auf ein Elektron ()?
c) Wie groß ist die Feldstärke im Abstand von einer Punktladung ?
d) In welche Richtung zeigt die Kraft auf das Elektron in b)?
- 1
a) Homogenes Feld:
Beachte die Umrechnung von Millimeter in Meter; das ist die häufigste Fehlerquelle bei dieser Formel.
- 2
b) Aus der Definition folgt :
Das klingt winzig, ist aber für ein Elektron enorm: Seine beträgt nur , also rund -mal weniger. Deshalb darf man die Schwerkraft bei geladenen Elementarteilchen in solchen Aufgaben immer vernachlässigen.
- 3
c) Punktladung, also inhomogenes Feld:
- 4
d) Zur positiven Platte hin, also entgegen der Feldrichtung.
Begründung: ist definiert als Kraft auf eine positive und zeigt deshalb von der positiven zur negativen Platte. Das Elektron ist negativ geladen, also wirkt die Kraft mit negativem entgegengesetzt zu .
🔴 Das ist der Grund, warum sich in einer Elektronenröhre die Elektronen von der Glühkathode zur positiven Anode bewegen, und warum die technische Stromrichtung der tatsächlichen Elektronenbewegung entgegengesetzt ist.
a) b) c) etwa d) entgegen , zur positiven Platte.
Warum die Gravitation im Alltag gewinnt
Vergleiche im Wasserstoffatom () die elektrische Anziehung zwischen Proton und Elektron mit ihrer Gravitationsanziehung.
Gegeben: , , .
Erkläre anschließend, warum wir im Alltag trotzdem die spüren.
- 1
Elektrische :
- 2
Gravitationskraft:
- 3
Verhältnis:
Die elektrische Kraft ist also rund -mal stärker. Diese Zahl ist so groß, dass jeder Vergleich versagt: Sie ist größer als das Verhältnis vom Durchmesser des beobachtbaren Universums zum Durchmesser eines .
🔴 Beachte, dass sich der Abstand herauskürzt, weil beide Gesetze mit gehen. Das Verhältnis ist deshalb unabhängig vom Abstand.
- 4
Warum wir trotzdem die Gravitation spüren.
Der Grund liegt nicht in der Stärke, sondern in der Kompensation:
- Es gibt zwei elektrische Ladungsvorzeichen, und in gewöhnlicher Materie liegen sie in fast exakt gleicher Menge vor. Nach außen ist ein Körper deshalb praktisch neutral, und die riesigen Kräfte heben einander auf.
- Es gibt nur eine Sorte Masse. Nichts kann Gravitation aufheben; sie summiert sich über jedes einzelne Teilchen eines Körpers.
Die Erde zieht uns also mit der aufsummierten Wirkung von rund Teilchen an, während ihre elektrische Wirkung auf uns null ist.
Wie leicht das Gleichgewicht kippt, zeigt eine Abschätzung: Nähme man nur einem von Atomen zweier Menschen ein Elektron weg, wäre die Abstoßung zwischen ihnen bereits mit ihrem Gewicht vergleichbar. Genau deshalb sind statische Aufladungen, bei denen minimale Ladungsmengen getrennt werden, mit bloßen Fingern spürbar.
Und deshalb hält Materie zusammen: Der feste Zusammenhalt von Festkörpern, die Undurchdringlichkeit von Gegenständen und jede chemische Bindung sind elektrische Wirkungen. Die Gravitation spielt in der Alltagsmaterie strukturell keine Rolle; sie beherrscht dafür das Weltall, wo sich Ladungen ausgleichen, Massen aber nicht.
gegen , ein Verhältnis von rund . Im Alltag gewinnt die Gravitation, weil sich ausgleichen, aber nie.
Typischer Fehler
„Die Feldstärke hängt davon ab, wie groß die Probeladung ist, die man hineinbringt."
Sie hängt gerade nicht davon ab, und genau deshalb wird durch geteilt.
Der Gedankengang: Bringt man eine doppelt so große Probeladung in denselben Punkt, wirkt auf sie die doppelte . Der Quotient bleibt dabei unverändert:
Die Feldstärke beschreibt also eine Eigenschaft des Ortes, unabhängig davon, was man dort hineinbringt oder ob man überhaupt etwas hineinbringt. Genau darin liegt der Wert des Feldbegriffs: Er trennt die Ursache (das erzeugende Feld) von der Wirkung (die Kraft auf eine bestimmte ).
Dasselbe Muster kennst du bereits:
- Die hängt nicht von der Stoffmenge ab.
- Die Ortsfaktor hängt nicht von der ab, die man aufhängt.
In allen drei Fällen macht erst der Quotient aus einer Messung an einem Probekörper eine Aussage über die Umgebung.
Eine ehrliche Einschränkung: Die Probeladung muss klein genug sein, denn eine große Probeladung verschiebt ihrerseits Ladungen in der Umgebung und verändert damit das Feld, das sie messen soll. Das ist aber ein messtechnisches Problem, kein Widerspruch zur Definition. Deshalb spricht man ausdrücklich von einer kleinen Probeladung.
Praktische Prüffrage: Wenn in einer Aufgabe die Feldstärke gefragt ist, darf die Antwort die Probeladung nicht mehr enthalten. Steht sie noch drin, wurde nicht zu Ende gerechnet.
Übung 1
leichta) Ein mit liegt an . Wie groß ist ?
b) Welche wirkt auf eine von in diesem Feld?
c) Nenne drei Regeln für Feldlinienbilder.
Tipp anzeigen
a) Abstand in Meter umrechnen.
Lösung anzeigen
a)
b)
c) Drei Regeln (aus vier möglichen):
- Feldlinien beginnen an positiven und enden an negativen Ladungen.
- Die der Linien gibt den Betrag der Feldstärke an (eng bedeutet stark).
- Feldlinien schneiden sich nie, weil das Feld an jedem Ort genau eine Richtung hat.
- Die Tangente an eine Feldlinie gibt die Richtung von an.
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Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
Gegeben und Gesucht im Plattenkondensator
Gegeben: Plattenabstand und ; in b) zusätzlich . Gesucht: a) die Feldstärke, b) die Kraft auf die Ladung, c) drei Regeln für Feldlinienbilder.
- 2
Plattenabstand in Meter, Ladung in Coulomb
und , jetzt passen beide zu den SI-Einheiten der Formeln.
;
Zwischenergebnis
,
- 3
Feldstärke im homogenen Feld und Kraft auf eine Ladung
Im Plattenkondensator ist das Feld homogen, dort gilt . Und die Feldstärke ist über die Kraft je Ladung definiert, also .
- 4
a) und b) Feldstärke und Kraft berechnen
Erst Spannung durch Abstand, dann Ladung mal Feldstärke.
;
Zwischenergebnis
,
- 5
c) Ergebnis deuten: was Feldlinien darstellen und was nicht
Feldlinien beginnen an positiven und enden an negativen Ladungen. Ihre Dichte gibt den Betrag der Feldstärke an. Sie schneiden sich nie, weil das Feld an jedem Ort genau eine Richtung hat. Und die Tangente gibt die Richtung von an.
Übung 2
mittela) Wie groß ist die Feldstärke von einer Punktladung entfernt, und wohin zeigt sie?
b) Wie verändert sich die Feldstärke einer Punktladung, wenn man den Abstand verdreifacht?
c) Warum ist man im Auto bei einem Blitzschlag geschützt?
d) Warum lassen sich abschirmen, Gravitationsfelder aber nicht?
Tipp anzeigen
b) Wie geht mit ?
Lösung anzeigen
a)
Die Feldstärke zeigt zur hin, denn ist als auf eine positive Probeladung definiert, und diese würde von der negativen Ladung angezogen.
b) ist proportional zu . Bei dreifachem Abstand:
Die Feldstärke sinkt also auf ein Neuntel.
c) Weil die Karosserie ein faradayscher Käfig ist.
Trifft der Blitz das Auto, verschieben sich die freien Elektronen der Metallhülle so lange, bis das von ihnen erzeugte Feld das äußere im Inneren genau aufhebt. Im Innenraum bleibt .
Der Strom fließt außen über die Karosserie zur Erde ab. Entscheidend ist also die Metallhülle, nicht die gummibereiften Räder, wie oft angenommen wird. Bei mehreren Millionen Volt würden ein paar Zentimeter Gummi ohnehin nicht isolieren.
d) Weil es zwei Ladungsvorzeichen gibt, aber nur eine Sorte .
Zur Abschirmung braucht man Ladungsträger, die sich so anordnen können, dass ihr eigenes Feld das äußere aufhebt. Genau das leisten die frei beweglichen Elektronen in einem Leiter.
Bei der gäbe es dafür kein Gegenstück: Man bräuchte „negative Masse", die abstoßend wirkt und das Feld kompensiert. So etwas ist nie beobachtet worden.
🔴 Genau deshalb dominiert die Gravitation trotz ihrer Schwäche das Weltall: Sie lässt sich nicht neutralisieren und summiert sich über alle Massen.
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Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
Gegeben und Gesucht bei der Punktladung
a) von einer Punktladung ; gesucht Betrag und Richtung der Feldstärke. b) bis d) verlangen drei Begründungen zu Abstand, Käfig und Abschirmbarkeit.
- 2
Das Feld einer Punktladung nimmt quadratisch ab
Für eine Punktladung gilt mit . Der Abstand steht im Quadrat und im Nenner.
- 3
a) Betrag und Richtung der Feldstärke
Abstand in Meter, dann einsetzen. Die Richtung folgt aus der Definition der Feldstärke als Kraft auf eine positive Probeladung.
Zwischenergebnis
, zur Ladung hin gerichtet.
- 4
b) und c) Dreifacher Abstand und der faradaysche Käfig
b) Weil , sinkt die Feldstärke bei dreifachem Abstand auf ein Neuntel. c) Im Auto verschieben sich die freien Elektronen der Metallhülle so lange, bis ihr Feld das äußere im Inneren genau aufhebt. Dort bleibt .
- 5
d) Ergebnis deuten: warum Gravitation nicht abschirmbar ist
Weil es zwei Ladungsvorzeichen gibt, aber nur eine Sorte Masse. Zur Abschirmung braucht man Ladungsträger, die sich so anordnen, dass ihr eigenes Feld das äußere aufhebt, bei der Gravitation bräuchte man „negative Masse", die abstoßend wirkt. So etwas ist nie beobachtet worden.
Übung 3
schwera) Begründe, warum die Feldstärke als Quotient definiert ist und nicht einfach als .
b) Zwei gleiche positive befinden sich im Abstand . Wo ist die Feldstärke null? Begründe.
c) Nenne zwei Argumente dafür, dass das Feld mehr ist als eine Rechenhilfe.
d) Ein Öltröpfchen () schwebt in einem Kondensatorfeld mit . Wie groß ist seine Ladung, und wie viele Elementarladungen sind das?
Tipp anzeigen
d) Welche zwei Kräfte halten sich die Waage?
Lösung anzeigen
a) Weil die gemessene Kraft von der Probeladung abhängt, das Feld selbst aber nicht.
Bringt man die doppelte Probeladung an denselben Ort, wirkt die doppelte Kraft. Der Quotient bleibt unverändert:
Erst dieser Quotient beschreibt eine Eigenschaft des Ortes, unabhängig davon, ob und was man dort hineinbringt. Die Kraft allein wäre keine Eigenschaft des Feldes, sondern eine Eigenschaft der Kombination aus Feld und Probeladung.
Dasselbe Prinzip steckt hinter und : Der Quotient macht aus einer Messung an einem Probekörper eine Aussage über den Stoff bzw. den Ort.
b) Genau in der Mitte, also im Abstand von jeder Ladung.
Begründung: Beide Ladungen sind gleich groß und der Punkt hat von beiden denselben Abstand. Nach sind beide Beiträge dem Betrag nach gleich.
Die Richtungen sind aber entgegengesetzt: Jede positive Ladung drückt eine positive Probeladung von sich weg, also die linke nach rechts und die rechte nach links. Die vektorielle Summe ist damit null.
Im Feldlinienbild erkennt man diesen Punkt daran, dass die Linien einander ausweichen und dort keine Linie hindurchläuft.
🔴 Wichtig: Feldstärke null bedeutet nicht, dass dort kein Feld erzeugt wird; beide Ladungen wirken sehr wohl. Ihre Wirkungen heben sich nur auf. Verschiebt man eine Ladung, verschwindet der Punkt sofort.
(Bei ungleichnamigen Ladungen gibt es keinen solchen Punkt zwischen ihnen, weil sich die Beiträge dort addieren statt aufheben.)
c) Erstens: Das Feld trägt . Ein geladener speichert Energie, und diese Energie ist nicht „in den Ladungen", sondern im Raum zwischen den Platten. Man kann sie dort entnehmen. Etwas, das Energie enthält, ist mehr als eine Rechenhilfe.
Zweitens: Das Feld braucht Zeit. Verschiebt man eine Ladung, ändert sich das Feld in großer Entfernung nicht sofort, sondern die Änderung breitet sich mit Lichtgeschwindigkeit aus. Für eine bloße Fernwirkungsformel wäre das unerklärlich: Zwischen dem Verschieben und dem Ankommen der Wirkung existiert die Störung nur „im Feld".
Genau darauf beruhen elektromagnetische und damit Funk, Licht und Röntgenstrahlung. Ein Radiosignal erreicht uns von einem Sender, der in der Zwischenzeit abgeschaltet werden könnte; die Energie ist unterwegs im Feld.
d) Das Tröpfchen schwebt, also halten sich und elektrische Kraft die Waage:
In Elementarladungen:
Das Tröpfchen trägt also eine Elementarladung.
🔴 Das ist der Millikan-Versuch. Robert Millikan maß ab 1909 an vielen Tröpfchen die Ladung und stellte fest, dass alle Werte ganzzahlige Vielfache desselben kleinsten Betrages waren. Damit war bewiesen, dass elektrische Ladung nicht beliebig teilbar ist, sondern in festen Portionen auftritt.
Bemerkenswert an der Methode: Sie misst eine Eigenschaft eines einzelnen Elektrons, ohne je ein Elektron zu sehen, allein durch die Beobachtung eines schwebenden Öltröpfchens im Mikroskop.
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Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
Gegeben und Gesucht beim schwebenden Öltröpfchen
a) bis c) verlangen Begründungen. d) gibt und ; gesucht sind Ladung und Zahl der Elementarladungen.
- 2
a) Warum die Feldstärke als Quotient definiert ist
Weil die gemessene Kraft von der Probeladung abhängt, das Feld selbst aber nicht. Bringt man die doppelte Probeladung an denselben Ort, wirkt die doppelte Kraft, der Quotient bleibt unverändert: .
- 3
b) Wo zwischen zwei gleichen Ladungen die Feldstärke null ist
Genau in der Mitte, im Abstand von jeder Ladung. Beide Beiträge sind dem Betrag nach gleich (gleiche Ladung, gleicher Abstand), aber entgegengesetzt gerichtet: Jede positive Ladung drückt eine positive Probeladung von sich weg. Die vektorielle Summe ist null.
- 4
c) Zwei Gründe, warum das Feld mehr als eine Rechenhilfe ist
Erstens trägt es Energie: Ein geladener Kondensator speichert Energie im Raum zwischen den Platten, und man kann sie dort entnehmen. Zweitens braucht es Zeit: Verschiebt man eine Ladung, breitet sich die Änderung mit Lichtgeschwindigkeit aus statt sofort zu wirken.
- 5
d) Die Ladung des Tröpfchens und ihre Deutung
Aus dem Kräftegleichgewicht folgt . Danach wird durch die Elementarladung geteilt.
;
Zwischenergebnis
, also eine Elementarladung.
- 6
d) Ergebnis deuten: der Millikan-Versuch
Das Tröpfchen trägt eine Elementarladung. Robert Millikan maß ab 1909 an vielen Tröpfchen die Ladung und stellte fest, dass alle Werte ganzzahlige Vielfache desselben kleinsten Betrages waren.
Zusammenfassung
Zwischen zwei wirkt nach dem Coulombgesetz eine , die wie die mit dem Quadrat des Abstands abnimmt, aber um viele Zehnerpotenzen stärker ist und beide Vorzeichen haben kann. Übertragen wird sie nicht als Fernwirkung, sondern über das , den durch die Ladung veränderten Zustand des Raumes, der trägt und sich nur mit Lichtgeschwindigkeit ändert. Die elektrische Feldstärke ist als Quotient aus Kraft und Probeladung definiert und beschreibt damit den Ort statt der Probeladung; sie zeigt in Richtung der Kraft auf eine positive Ladung. Feldlinien machen das Feld anschaulich, wobei ihre den Betrag angibt und sie einander nie schneiden. Im homogenen Feld des Plattenkondensators gilt die einfache Beziehung , während das Feld einer Punktladung mit dem Quadrat des Abstands abnimmt und im Inneren jedes Leiters vollständig verschwindet.


