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Leistung beim Treppensteigen

SchulversuchMechanikKlasse 8Grundlagen

Worum geht es?

ist pro Zeit: P=W/tP = W/t. Dieselbe Treppe kostet immer dieselbe Hubarbeit, aber wer schneller steigt, leistet mehr. Der Versuch macht den Unterschied am eigenen Körper messbar: Die Hubarbeit mghmgh liefert der Höhenmesser, die Zeit die Stoppuhr, und der Quotient ist deine persönliche Wattzahl.

Warum macht man dieses Experiment?

Watt und Kilowatt begegnen dir überall (Motoren, Heizungen, Stromrechnung), bleiben aber abstrakt, bis man die eigene kennt. Der Treppenversuch liefert die Referenz: Dauerleistung eines Menschen um 100 W, Kurzsprint einige hundert. Ab dann haben 2000-W-Wasserkocher und 100-kW-Motoren einen Maßstab. Nebenbei schärft der Versuch die Trennung gegen Leistung: gleiche Arbeit, verschiedene Zeiten, verschiedene Watt.

Die physikalische Idee

Beim Steigen hebt der Körper seine um die Stockwerkhöhe: W=mghW = mgh, wegunabhängig (nur die Höhendifferenz zählt, nicht die Stufenzahl-Route). Die Stoppuhr misst die Dauer; zwei Tempi (gemütlich, maximal) zeigen die Spannweite der eigenen .

Benötigtes Vorwissen

Für dieses Experiment hilft dir dieses Vorwissen. Du kannst es jederzeit nachschlagen — das Experiment bleibt auch so verständlich.

Wissenschaftliche Einordnung

James Watt suchte um 1780 eine Verkaufsgröße für Dampfmaschinen und definierte die Pferdestärke über Grubenpferde an Hebewinden: als Handelsware. Die SI-Einheit trägt heute seinen Namen: 1 PS = 736 W.

Versuchsziel

Aktuelles Versuchsziel

Die eigene Hubleistung bestimmen

Bestimme deine Hubleistung beim gemütlichen Steigen und beim Treppensprint, und ordne beide Werte in die Leistungsskala des Alltags ein.

Gesucht

  • — Hubleistung (in )

    Die persönliche Wattzahl: Quotient aus Hubarbeit und Steigzeit.

Gemessen

  • — Körpermasse (in )

    Per Personenwaage (mit Schuhen und Kleidung: die werden mitgehoben).

  • — Stockwerkhöhe (in )

    Stufenhöhe mal Stufenzahl: die reine Höhendifferenz.

  • — Steigzeit (in )

    Für beide Tempi getrennt gestoppt.

Der Weg von der Messung zum Ergebnis:

Für diese Zielsetzung brauchst du:

  • Verbindet die drei Messgrößen zur Leistung: Hubarbeit pro Steigzeit.Zur Formelsammlung

Versuchsprotokoll

So ist ein physikalisches Versuchsprotokoll aufgebaut. Die Reihenfolge ist immer dieselbe — die Inhalte gehören zu deinem gewählten Versuchsziel.

1Aufgabenstellung

Bestimme Körpermasse und Stockwerkhöhe, steige die Treppe einmal gemütlich und einmal so schnell wie sicher möglich (je Zeitmessung), und berechne beide . Vergleiche mit Alltagsgeräten.

2Vorbetrachtung

Was genau wird gemessen? Die Hub-Leistung: Nur die gegen die Schwerkraft zählt in die Rechnung. Der Körper leistet real mehr (Beinbeschleunigung, Muskelwirkungsgrad um 25 Prozent: Der Kreislauf setzt das Vierfache um). Unsere Zahl ist die mechanische Nutzleistung nach außen, genau das, was auch bei Motoren als „“ auf dem Schild steht.

Erwartung: Bei m=60 kgm = 60\ \mathrm{kg} und h=3,2 mh = 3{,}2\ \mathrm{m} beträgt die Hubarbeit W=60⋅9,81⋅3,2≈1880 JW = 60 \cdot 9{,}81 \cdot 3{,}2 \approx 1880\ \mathrm{J}: fix, tempo-unabhängig. Gemütlich (12 s) sollte um 160 W liegen, der Sprint (6 s) doppelt so hoch: gleiche Joule, halbierte Zeit, verdoppelte Watt.

3Geräte / Stoffe

Höhenmessung: eine Stufenhöhe messen (z. B. 16 cm), Stufen zählen (z. B. 20): h = 3,2 m. Startlinie unten, Ziellinie oberste Stufe; Stopper oben.

  • Treppe (ein Stockwerk)

    Die Messstrecke: definierte Hubhöhe.

  • Personenwaage

    Bestimmt die gehobene : den eigenen Körper.

  • Zollstock

    Misst die Stufenhöhe; mal Stufenzahl ergibt h.

  • Stoppuhr

    Misst die Steigzeit für beide Tempi.

4Skizze des Versuchsaufbaus

Treppenlauf mit eingezeichneter Höhendifferenz h (senkrecht!, nicht die Lauflänge); Start- und Stopp-Punkte markiert.

Gleiche Arbeit, verschiedene ZeitBeide heben dieselbe Last: W = 600 J.langsam10 s60 Wschnell5 s120 WP = W / t1 W = 1 J/s

Gleiche , verschiedene Zeit: Der Schnellere leistet mehr. ist das Tempo des Arbeitens, nicht seine Menge.

Aufbau: ein Treppenlauf über ein Stockwerk, Maßstab oder Zollstock für die Gesamthöhe (Stufenhöhe mal Stufenzahl), Personenwaage, Stoppuhr. Sicherheit: nur trittsicher rennen, Geländer frei halten.

5Durchführung

Schritt 1: Wiegen (60,0 kg), Höhe bestimmen (20 Stufen à 16,0 cm: h=3,20 mh = 3{,}20\ \mathrm{m}).

Schritt 2: Gemütlich steigen, Zeit stoppen (zweimal, Mittelwert).

Schritt 3: Nach Pause: Treppensprint, Zeit stoppen (zweimal).

6Beobachtung

Messwerte (m=60,0 kgm = 60{,}0\ \mathrm{kg}, h=3,20 mh = 3{,}20\ \mathrm{m})
Tempott in s\mathrm{s}
gemütlich12,0
Sprint6,0

Beispieldaten zur Veranschaulichung — keine echten Messwerte.

7Auswertung

Die ist für beide Läufe dieselbe:

W=mgh=60,0⋅9,81⋅3,20 J≈1880 JW = m g h = 60{,}0 \cdot 9{,}81 \cdot 3{,}20\ \mathrm{J} \approx 1880\ \mathrm{J}

Die trennen sich über die Zeit:

Pgemu¨tlich=1880 J12,0 s≈157 WPSprint=1880 J6,0 s≈314 WP_\mathrm{gemütlich} = \frac{1880\ \mathrm{J}}{12{,}0\ \mathrm{s}} \approx 157\ \mathrm{W} \qquad P_\mathrm{Sprint} = \frac{1880\ \mathrm{J}}{6{,}0\ \mathrm{s}} \approx 314\ \mathrm{W}

Einordnung: Gemütlich entspricht etwa anderthalb kräftigen Glühlampen alter Bauart oder einem Laptop-Netzteil; der Sprint schafft eine Bohrmaschine, aber nur für Sekunden: Schon der 6-Sekunden-Wert ist nicht durchhaltbar (die Muskulatur läuft im Sauerstoff-Minus). Eine Pferdestärke (736 W) bleibt außer Reichweite: Watt hat sie bewusst als DAUERleistung eines Pferdes geeicht. Und der Wasserkocher (2000 W) leistet dauerhaft, was kein Mensch auch nur kurz hält: Elektrifizierung heißt, sich hunderte „Treppensprinter“ aus der Steckdose zu leihen.

8Fazit

Gleiche Treppe, gleiche (1880 J), aber 157 W gemütlich gegen 314 W im Sprint: ist Arbeitstempo. Die eigene Wattzahl liegt zwischen Glühlampe und Bohrmaschine: der persönliche Anker der Leistungsskala.

9Fehlerbetrachtung

Die Messung ist gutmütig; ihre Unschärfen sind schnell benannt:

Start- und Zielmoment unscharfeher zufällig

Ursache

Wann genau „unten los“ und „oben angekommen“ ist, streut um Schrittlängen.

Auswirkung

±0,5 s: beim Sprint bis zu 8 Prozent in P.

Verbesserung

Klare Linien vereinbaren (letzter Fuß oben aufgesetzt), zweimal laufen und mitteln.

Höhenmessung über eine einzige Stufeeher systematisch

Ursache

Stufenhöhen variieren um Millimeter; Multiplikation verstärkt.

Auswirkung

h um ein bis zwei Prozent unsicher.

Verbesserung

Drei Stufen an verschiedenen Stellen messen und mitteln.

Hubleistung ist nicht Gesamtleistungeher systematisch

Ursache

Beinarbeit, Beschleunigen und Muskelwirkungsgrad bleiben unberücksichtigt.

Auswirkung

Die berechnete Zahl unterschätzt die physiologische Anstrengung deutlich: kein Messfehler, aber eine nötige Deutungsklarheit.

Verbesserung

Ergebnis ausdrücklich als mechanische Hubleistung benennen.

Das Wichtigste

Definition

P=W/tP = W/t: pro Zeit, Einheit Watt (1 W=1 J/s1\ \mathrm{W} = 1\ \mathrm{J/s}).

Der Treppenfall

P=mghtP = \tfrac{mgh}{t}: , Stockwerkhöhe, Zeit. Drei einfache Messungen ergeben die eigene Wattzahl.

Menschliche Maßstäbe

Dauerleistung um 100 W, sportlicher Treppensprint einige hundert Watt, trainierte Sprinter kurzzeitig über 1000 W: Die PS (736 W) ist für Menschen Kurzzeitware.

Arbeit bleibt, Leistung variiert

Langsam oder schnell: Die Treppe kostet dieselben Joule, nur die Watt unterscheiden sich.

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